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Rossana Gutmann

Studium der Kommunikationswissenschaft mit Studienergänzung Gender Studies, Interessen u.a. stille und bewegte Bilder jeglicher Art, DIY, widerständige Subkulturen, Musik, autonome Räume, antisexistische Praxis und feministische Medien

DIY­Aktivismus im Third Wave Feminism am Beispiel Riot Grrrl

Entstehungsgeschichte, Inhalte, Theorien, Strategien und kulturindustrielle Vereinnahmungsprozesse (Bachelor-Arbeit, Universität Salzburg, September 2012). Die Abbildung wurde dem Blog der in NYC lebenden Künstlerin Suzy entnommen (seesuzysketch.blogspot.co.at).

Seit den 1990er Jahren hat, vor allem im angloamerikanischen Sprachraum, ein neuer poststrukturalistischer Feminismus Gestalt angenommen. Unter dem Begriff Third Wave Feminism zusammengefasst, positioniert er sich sowohl in Abgrenzung als auch im Anschluss an den Second Wave Feminism der späten 1960er/1970er Jahre. (vgl. Harris 2008: 5)star (* 2) Seine zentralen Inhalte, Theorien und Strategien bilden die Basis für das Interesse an den Praxen derjenigen (v.a. Frauen), die durch ihren DIY-Aktivismus (z.B. Zines, Labels, Ladyfeste etc.) einen Anstoß für Diskussionen und Reflexionen geben sowie emanzipatorische Handlungsmöglichkeiten eröffnen. DIY – DO IT YOURSELF im Kontext eines herrschafts- und konsumkritischen Selbermachens hat sich vor allem in widerständigen Jugend- und/oder Subkulturen wie etwa Punk etabliert (vgl. Spencer 2008)star (* 4). „Cultural activism is used by many third-wave feminists who engage directly in the criticism and interruption of dominant cultural productions by creating alternatives to culture-producing sources such as the media networks, radio stations, and publishing companies […] For third-wave feminists, the critiques of cultural attitudes frequently rely on connections that include critical perspectives on racism, classism, homophobia, xenophobia, and other forms of oppression that are experienced and supported by systems of power. Frequently, third-wave efforts involve coalition strategies and close attention to multiple categories of oppression.“ (Feigenbaum 2006: 73)star (* 1) Der Fokus liegt auf den Akteurinnen mit ihrem DIY-feministischen Beitrag. Dieser herrschaftskritische und selbstermächtigende Aktivismus wird am Beispiel der Riot Grrrl-Bewegung verdeutlicht. Riot Grrrl kann als feministische Jugendsubkultur mit subversivem Gehalt und starkem Netzwerkcharakter verstanden werden. Die Bewegung bietet ein offenes Feld für vielfältige Widerstandsformen und ist auf die Erschließung antipatriarchaler Räume ausgerichtet, um die hegemoniale (Geschlechter-)Ordnung in Frage zu stellen. Die Aktivistinnen erweitern die immer noch aktuelle feministische Maxime aus den 1970er Jahren, Das Private ist politisch, um sich mit queeren Inhalten, wie etwa Kritik an Identitätspolitik, Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität, auseinanderzusetzen sowie mit der alltäglichen Realität von Marginalisierung, Unterdrückung und Sexismus. Dies tun sie mit Wut, Provokation und Ironie (vgl. Kailer/Bierbaum 2002: 246)star (*1).

Riot Grrrl, der Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit, ist weltweit rezipiert worden und steht als Synonym für Frauen und Mädchen, die es satt haben, selbst in der eigenen subkulturellen Szene des Punk diskriminiert zu werden. Sie wollen aus dem Status „Objekt“ ausbrechen, um ihre eigenen persönlichen Anliegen lautstark und selbstbewusst einzufordern.

Cultural Production und Cultural Activism markieren in weiterer Folge als DIY-Praxis den Ausgangspunkt der Vertiefung DIY-feministischer Aktivitäten am Beispiel Riot Grrrl. Die Bachelor-Arbeit ist in drei Abschnitte gegliedert:

1. Überblick über Definitionen, Inhalte, Theorien und Strategien des Third Wave Feminism sowie des DIY-Aktivismus.

2. Mit dem Beispiel Riot Grrrl wird eine besondere Form des Third Wave Feminism beleuchtet und mit ihr ein kritischer Blick – sowohl diachron als auch synchron – auf die Entwicklung dieser Bewegung geworfen.

3. Schließlich stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit einer Definition des Feminismus in Wellenbewegungen.

 

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Feigenbaum, Erika (2006): Cultural Activism. In: Heywood, Leslie (Hg.in): The Women`s Movement Today. An Encyclopedia of Third-Wave Feminism. Volume 1. A-Z. Westport: Greenwood Press, S. 72-75.

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Harris, Anita (Hg.in) (2008): Next Wave Cultures. Feminism, Subcultures, Activism (Critical Youth Studies). New York: Routledge.

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Kailer, Katja/Bierbaum, Anja (2002): Girlism. Feminismus zwischen Subversion und Ausverkauf. Berlin: Logos Verlag.

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Spencer, Amy (2008): DIY. The Rise of Lo-Fi Culture. Erw. Aufl. London: Marion Boyers Inc.

Rossana Gutmann  (2013): DIY­Aktivismus im Third Wave Feminism am Beispiel Riot Grrrl.

Entstehungsgeschichte, Inhalte, Theorien, Strategien und kulturindustrielle Vereinnahmungsprozesse (Bachelor-Arbeit, Universität Salzburg, September 2012). Die Abbildung wurde dem Blog der in NYC lebenden Künstlerin Suzy entnommen (seesuzysketch.blogspot.co.at).

In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten # 02 , http://www.p-art-icipate.net/cms/diy%c2%adaktivismus-im-third-wave-feminism-am-beispiel-riot-grrrl-2/