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Antonia Rahofer

Mag. phil. Antonia Rahofer, Kuratorin und Textgestalterin für KünstlerInnen. Lehrbeauftragte für Kunst- und Literaturwissenschaft – u.a. an den Universitäten Innsbruck, Salzburg, an der Kunstuniversität Linz sowie der Universität für Angewandte Kunst, Wien. Studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Cultural Studies in Innsbruck, Wien und an der Université de Provence Aix-Marseille. 2016/17 Curatorial Fellow bei der documenta 14 in Athen. Jüngstes Projekt: in ατhεns – Austrian Artist Residency in Kooperation mit Kunstverein EXTRA (Wien) und Snehta Residency (Athen).

 


Victoria Fahrengruber

Victoria Fahrengruber, geboren 1992 in Waidhofen an der Ybbs. Seit 2017 in Salzburg, ebendort Studium der Geschichte und Kunstgeschichte. Seit September 2015 Mitarbeit im Museum der Moderne Salzburg: derzeit kuratorische Assistenz für die Ausstellung William Kentridge. Thick Time, ab August 2017 Praktikum in der Abteilung für Kunstvermittlung.


Mario Eder

Mario Eder, geboren 1986. Arbeitet seit 2013 als Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Salzburg. Davor absolvierte er ab 2006 ein betriebswirtschaftliches Bachelorstudium an der FH Krems mit Studienaufenthalt in Argentinien. Begeisterung für Sprache und Literatur: 2009-2013 Bachelorstudien Slawistik und Internationale Entwicklung an der Universität Wien; Praktikum am Österreichischen Kulturforum Prag. Seit 2015 Masterstudium der Vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft mit besonderem Interesse für hispanoamerikanische Literatur, Kunst und Kultur.


Eleanna Balesi

Eleanna Balesi, geboren 1993, lebt in ihrer Heimatstadt Piräus. Nach ihrem Studium an der Kunstuniversität Ioannina, Abteilung für bildende Kunst und Kunstwissenschaft, begann sie 2016 ihr Masterstudium an der Athens School of Fine Arts. Seitdem zahlreiche Gruppenausstellungen in Griechenland und im Ausland. 2016 folgte die erste Einzelausstellung Golden Aid in der Athener Galerie The ArtWall.

Kunstauftritt transnational: Kunstmanagement und Textgestaltung für KünstlerInnen

Wie können künstlerische Arbeiten mit Worten ‚eingefangen‘ werden? Und: Geht das überhaupt? Der Herausforderung des (Be-)Schreibens widmete sich im Wintersemester 16/17 eine Studierendengruppe am Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst. Im Rahmen der Übung Kunstauftritt transnational wurden unter der Leitung der zwischen Athen und Wien agierenden Kulturmanagerin und Textgestalterin Antonia Rahofer praxisnahe Einblicke in Aufgabengebiete und Arbeitsweisen der Kunst- und Kulturvermittlung geboten.*1 *(1) Der Schwerpunkt lag auf der sprach- und insbesondere textbasierten Präsentation von zeitgenössischer Bildender Kunst und rezentem Filmschaffen. In Zusammenarbeit mit ausgewählten KooperationspartnerInnen wurden (junge) KünstlerInnen und FilmemacherInnen sowie kunstvermittelnde Initiativen aus Griechenland und Österreich dabei unterstützt, sich sowohl einer kunstaffinen Öffentlichkeit als auch einem interessierten Fachpublikum zu präsentieren. In vertiefenden KünstlerInnengesprächen stellten die FotokünstlerInnen Nikolas Ventourakis (Athen/London) und Christiane Peschek (Salzburg), die beide auch an Athen-bezogenen Projekten arbeiten, ausgewählte Arbeiten und darüber hinaus auch ihren Blick auf die Spezifika des österreichischen und griechischen Kunstbetriebs vor.

In der Lehrveranstaltung wurden erste Schreibexperimente ausgehend von installativen Arbeiten von Anna-Sophie Berger, Hayley Silverman und Flaka Haliti und ihrer Gruppenausstellung I Surrender, Dear im Salzburger Kunstverein unternommen. Die Beschreibung zeitbasierter Arbeiten erprobten die Studierenden während eines Besuchs des Rupertinums, wo im Studienraum der Sammlung Generali Foundation zahlreiche Film- und Videoarbeiten zur Einsicht bereitstehen. Eine weitere Übung fand in Reaktion auf ein Special Screening von Nora Friedels Kurzfilm Mimikri (2016) statt.

Ihr Engagement als TextproduzentInnen, -gestalterInnen und ÜbersetzerInnen intensivierten die LV-TeilnehmerInnen in Kleingruppen: Sie erstellten Gebrauchs- und Fachtexte für Portfolios, KünstlerInnen-Webseiten und Online-Medien – finales Lektorat durch KommilitonInnen miteingeschlossen. Auch Übersetzungsarbeiten ins Englische oder Griechische wurden realisiert. Ausführliche Gespräche mit KünstlerInnen und KunstvermittlerInnen wurden gezielt als Recherchemethode eingesetzt und so eröffneten sich nicht nur individuelle Einblicke in spezifische Mechanismen von Kunstproduktion und -betrieb: Durch ihr Aktivwerden als TextproduzentInnen bzw. AutorInnen wurden die Studierenden auch selbst zu KunstfeldakteurInnen. Identitätsstiftende Funktionen von Kunst und damit verbundene Kanonisierungs- und Hierarchisierungsprozesse wurden dabei ebenso reflektiert wie Aspekte von Interkulturalität oder Intermedialität. Dies macht auch folgender Überblick über die unterschiedlichen „Textbaustellen“ und deren jeweilige Themenschwerpunkte deutlich: Eva-Maria Resch und Julija Krištof widmeten sich Christiane Pescheks neuestem Projekt Fear Theories und ihrer individuellen Arbeitsweise mit dem Medium Fotografie. Gemeinsam mit Katharina Augendopler erstellte Julija Krištof zudem eine Analyse von Sepp R. Brudermanns neuester Videoarbeit DaNachHier (2016), die als Teil des Programms pixel, bytes & film – Artist in Residence auf ORF III erstmals einem Publikum präsentiert wurde und dieses mit den Lebenswirklichkeiten von AsylwerberInnen in Österreich konfrontiert.

Ein herzliches Dankeschön an alle KünstlerInnen und KunstvermittlerInnen, die sich mit Input und als InterviewpartnerInnen in diese Lehrveranstaltung miteingebracht haben: Eleanna Balesi, Sepp R. Brudermann, Lina Damoula, Nora Friedel, María Galván, Nina Hellmuth, Bernhard Hetzenauer, Eva Isleifs, Martha Jungwirth, Fotini Kapiris, Noemi Niederhauser, Maria Papanikolaou, Christiane Peschek und Nikolas Ventourakis. Ein besonderer Dank gilt Michaela Prinzinger für die Veröffentlichung ausgewählter Beiträge auf diablog.eu, einer zweisprachigen Onlineplattform für deutsch-griechische Begegnungen. Danke auch an Jürgen Dehm (Museum der Moderne), Susanne Knauseder (Salzburger Kunstverein) und die Galerie Thaddaeus Ropac in Salzburg für die ausführlichen Rundgänge durch ihre Häuser!

Dieses Gespräch fand im Januar 2017 via Skype statt. Bei der Übersetzung vom Griechischen ins Deutsche und retour half Pavlos Kapounis.

Antonia Rahofer  Victoria Fahrengruber  Mario Eder  Eleanna Balesi  (2017): Kunstauftritt transnational: Kunstmanagement und Textgestaltung für KünstlerInnen. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten # 08 , http://www.p-art-icipate.net/cms/kunstauftritt-transnational-kunstmanagement-und-textgestaltung-fur-kunstlerinnen/