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Verena Höller

geb. 1990 in Schwarzach, Salzburg; 2010-2014 Bachelorstudium am Fachbereich Geschichte an der Universität Salzburg; seit 2014 Studentin im Masterstudium Geschichte mit Studienergänzung Kulturmanagement am Kooperationsschwerpunkt Wissenschaft & Kunst, 2014 Auslandssemester an der Bowling Green State University, Ohio.

Making Art – Taking Part!

Projektpräsentation Mittersill & Symposium am 3. und 4.5.2016

In dem von Sparkling Science geförderten zweijährigen Projekt „Making Art – Taking Part! Künstlerische und kulturelle Interventionen von und mit Jugendlichen zur Herstellung von partizipativen Öffentlichkeiten“ wurden gemeinsam mit SchülerInnen zweier Schultypen, der NMS Liefering sowie dem BORG Mittersill, künstlerische Projekte entwickelt und realisiert. Im Zuge des gleichnamigen Kurses am Programmbereich Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion des Kooperationsschwerpunkts Wissenschaft und Kunst war es mir möglich, Einblicke in dieses Projekt zu erhalten und an der finalen Projektpräsentation in Mittersill (Pinzgau, Salzburger Land) teilzunehmen.

Im ehemaligen Bezirksgericht Mittersill wurden den SchülerInnen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, um diese mit ihren in zahlreichen Workshops erarbeiteten Projekten zu füllen. Zwar befand sich das Projekt zum Zeitpunkt der Abhaltung der Lehrveranstaltung schon in der Endphase, trotzdem erhielten wir als Teilnehmerinnen einen Einblick in die Arbeit mit Jugendlichen. Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen der Umsetzung künstlerischer Projekte und Interventionen mit SchülerInnen wurden aufgezeigt und diskutiert. Hierbei handelt es sich natürlich immer um einen langen Prozess der gegenseitigen Annäherung und Zusammenarbeit, der im Rahmen einer Lehrveranstaltung alleine nicht fassbar ist. Trotzdem war es als Außenstehende sehr spannend zu sehen, was im Verlauf der zeitlich begrenzten – aber im Vergleich zu anderen Projekten doch sehr langfristig angesetzten – Kooperation realisiert werden konnte. Die behandelten Themen waren breit gefasst: von der Flüchtlingsthematik über Gleichberechtigung bis hin zu Fragen des Umgangs miteinander oder nach freien Räumen für Jugendliche und der Möglichkeit der Mitgestaltung in der Pinzgauer Kleinstadt.

Das ehemalige Bezirksgericht bot für einen Tag den Raum, die Resultate der Zusammenarbeit zwischen den SchülerInnen und dem Projektteam zu zeigen. Zur veranstalteten Talkshow unter Moderation und Leitung einiger SchülerInnen waren neben SchulkollegInnen – auf Initiative der Jugendlichen selbst – auch lokale PolitikerInnen geladen. In der Talk-Show spiegelten sich die im Projekt bearbeiteten Themen wider, von der Integration von Flüchtlingen in Mittersill bis hin zur Frage, was denn nun konkret für Jugendliche in der Kleinstadt getan wird. In den gestalteten Räumlichkeiten bot sich jedoch nicht nur die Möglichkeit des Beobachtens und Zuhörens, sondern auch die der aktiven Mitgestaltung und Interaktion, von einer Stencil-Station bis hin zur Siebdruckstation. In Form einer ständig ablaufenden Bildpräsentation wurden Orte der Intervention in Mittersill präsentiert und von den beteiligten Jugendlichen kommentiert und erläutert. Alles in allem war das Bezirksgericht für einen Tag völlig von den SchülerInnen eingenommen und bot so zumindest vorübergehend Raum für ihre Themen und Anliegen. Als Außenstehende boten sich mir hier viele Eindrücke, die am nächsten Tag im Rahmen des Symposiums noch einmal rekapituliert und reflektiert werden konnten.

Verena Höller  (2016): Making Art – Taking Part!.

Projektpräsentation Mittersill & Symposium am 3. und 4.5.2016

In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten # 07 , http://www.p-art-icipate.net/cms/making-art-taking-part-2/