Ein Jahr Kulturentwicklungsplan (KEP) Land Salzburg

W&K-Forum zu Bestandsaufnahme, Erfahrungen und Ausblicken

Herausforderungen in der Realisierung

Als Nächstes wurden die Evaluation des KEP und Herausforderungen in der Umsetzung behandelt. Eva Veichtlbauer informierte über eine breit aufgestellte Steuerungsgruppe, welche für die Evaluation verantwortlich ist. Sie unterstrich, dass es ein Prozess des Lernens und Zuhörens sei, dass nicht alles auf einmal möglich sei und das verantwortliche Team Stück für Stück an der Umsetzung arbeite. Ihr Ziel ist es, die Kunstproduktion im ländlichen Raum zu stärken und Projekte zu priorisieren, wie beispielsweise den Leitfaden für Barrierefreiheit, der sich bereits in Entwicklung befindet. Sie grenzte aber ein, dass aufgrund personeller Ressourcen gewisse Vorhaben noch nicht möglich waren, wie beispielsweise die Initiierung von Kooperationen oder Diskussionsformaten gemeinsam mit Tourismusverbänden oder eine verstärkte Kulturvernetzung.

Aus dem Publikum kamen ebenfalls viele Diskussionsbeiträge und Fragen. Foto: Fabian Schober

Aus dem Publikum kamen ebenfalls viele Diskussionsbeiträge und Fragen. Foto: Ute Brandhuber-Schmelzinger

Martin Hochleitner erklärte als Mitglied des Landeskulturbeirats, dass dieser die Umsetzung des KEP begleitet und dabei als wesentlich erachte, Maßnahmen projektorientiert zu diskutieren und nicht spartenorientiert.

Bashir Khordaji forderte mehr Unterstützung für kleine Initiativen auf dem Land, um diese weiterhin am Leben zu erhalten. Wichtig ist für ihn, mit den Leuten vor Ort Kontakt aufzunehmen, um ein positives Bild in der Gesellschaft zu erzeugen. Auch Angela Glechner beklagte, dass für darstellende Kunst (Tanz, Performance, Theater) keine Produktionsbudgets vorhanden seien und betonte, dass die Regierung verstehen müsse, dass freie Kunst- und Kulturschaffende nicht einfach happy seien, weil sie ihrer Passion nachgehen: „Kunst darf auch etwas kosten!“ Sie sieht eine Gefahr in der Selbstausbeutung von Künstler*innen und verwies auf eine Veranstaltung zu den Themen fair pay, Produktionsbudgets und ähnliche am 8. und 9. April 2019 in Wien.

Bashir Khordaji. Foto: Fabian Schober

Bashir Khordaji. Foto: Ute Brandhuber-Schmelzinger

Eva Veichtlbauer erläuterte, dass Machbares vorangestellt wurde und es wichtig sei, eine Professionalisierung im Kunst- und Kulturbereich zu erlangen: „Es braucht professionelle Strukturen“, dafür seien auch schon einige Voll- und Teilzeitstellen ermöglicht worden.

Als Folgeveranstaltung an das W&K-Forum zum Auftakt des KEP-Prozesses im November 2016.

Anita Bruckschlögl (2019): Ein Jahr Kulturentwicklungsplan (KEP) Land Salzburg. W&K-Forum zu Bestandsaufnahme, Erfahrungen und Ausblicken. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #10 , https://www.p-art-icipate.net/ein-jahr-kulturentwicklungsplan-kep-land-salzburg/