Ein Jahr Kulturentwicklungsplan (KEP) Land Salzburg

W&K-Forum zu Bestandsaufnahme, Erfahrungen und Ausblicken

Kulturentwicklung auf dem Land

Auf die Frage der Moderatorin, wie der KEP im ländlichen Raum wahrgenommen wird und was benötigt würde, antwortete Diana Schmiderer, dass beispielsweise in Saalfelden schon viel erfolgt sei, doch kleinere ehrenamtliche Initiativen es weit schwerer haben. Hier braucht es Vernetzungsstellen und die Nutzung vorhandener Strukturen, beispielsweise in Zusammenarbeit mit LEADER-Teams. Wichtig ist ihr dabei, keine ‚Entwicklungshilfe‘ von außen zu betreiben, denn Projekte müssen aus der Region entstehen und dort wachsen, indem etwa ein Regisseur in einer Gemeinde mit den Personen vor Ort arbeitet und nicht ein ganzes Stück hineinplatziert wird. Partizipation innerhalb der Gemeinden und mit ehrenamtlichen Teilnehmer*innen und deren Vernetzung untereinander sei wichtig.

Diana Schmiderer. Foto: Fabian Schober

Eva Veichtlbauer. Foto: Ute Brandhuber-Schmelzinger

Auch dem Publikum war dieses Thema ein Anliegen und es wurde die Frage gestellt, wie man der Gefahr der „Kunstvermittlung“ mit vordefinierten Ergebniszielen entgehen kann. Man müsse sich die Frage stellen, wo das Vertrauen in zeitgenössische Kunst entstehe, welche Projekte dies bereits schaffen und erfolgreiche Initiativen als Beispiele heranziehen. Für Martin Hochleitner ist Vertrauen auch ein Schlüsselbegriff beim KEP. Jetzt sei es nötig, eine offene Kommunikation auch über die Umsetzung, Budgets und Personal zu betreiben. Einige Teilnehmer verwiesen darauf, dass Vertrauen erst verdient werden müsse. Eva Veichtlbauer räumte ein, dass man bei der Kommunikation landesweit besser werden müsse, um zu zeigen, was passiert – und verdeutlichte nochmals, dass die Umsetzung nur dann erfolgreich stattfinden könne, wenn auch hier wieder viele mitarbeiten und sich beteiligen. Es gebe einen konkreten Umsetzungsplan und mittelfristig wurden die Fördervereinbarungen bereits um 46 Prozent erweitert. Allerdings ist für sie die Umsetzung des KEP nicht nur eine Bringschuld.

Thomas Friedmann vom Salzburger Literaturhaus saß im Publikum. Foto: Ute Brandhuber-Schemlzinger

Thomas Friedmann vom Salzburger Literaturhaus saß im Publikum. Foto: Ute Brandhuber-Schemlzinger

Als Folgeveranstaltung an das W&K-Forum zum Auftakt des KEP-Prozesses im November 2016.

Anita Bruckschlögl (2019): Ein Jahr Kulturentwicklungsplan (KEP) Land Salzburg. W&K-Forum zu Bestandsaufnahme, Erfahrungen und Ausblicken. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #10 , https://www.p-art-icipate.net/ein-jahr-kulturentwicklungsplan-kep-land-salzburg/