Nicht wie ein UFO in einer Region landen

Andrea Hummer im Gespräch mit Anita Moser über Möglichkeiten und Grenzen kultureller Teilhabe beim Festival der Regionen

 

Spielen digitale Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe beim Festival der Regionen eine Rolle, zum Beispiel Aufzeichnungen?

Wir hatten mit Dorf TV, dem Freien Fernsehsender in Oberösterreich, eine Kooperation und stellten für deren Projekt Durchlauferhitzer Geld zur Verfügung. Dorf TV war sehr begeistert vom Festival und hat über unsere Vereinbarungen hinaus Sendungen gemacht. Diese sind im Online-Archiv zu finden. Wir versuchen auch mit den Freien Radios zusammenzuarbeiten. Das Radio B138 ist zum Beispiel aus dem Festival der Regionen heraus entstanden.

Es ist uns wichtig, die Freien Medien als Partner zu stärken, weil das auch Kulturinitiativen sind. Das Festival der Regionen hat in diese Richtung immer wieder Impulse gesetzt.

 

„Wir sind auf einem sehr intensiven Level von Partizipation gelandet.“

 

Das Festival der Regionen gibt es nun seit einem Vierteljahrhundert. Wie hat es sich über die Jahre verändert hat?

Es hat sich enorm viel verändert. Das liegt unter anderem auch daran, dass der finanzielle Rahmen viel kleiner ist als zu Beginn. Damals war es noch möglich, ganz Oberösterreich zu bespielen. Das ist zwei oder drei Festivals lang passiert, war aber logistisch sehr aufwändig. Dass das möglich war, lag sicher vor allem am Geld, aber auch am speziellen Spirit in den Initiativen, für die das Festival gegründet worden war.

Eine weitere Änderung ist die verstärkte Internationalisierung. Das Festival der Regionen von 2019 war die erste Ausgabe, bei der es ein EU-Projekt gab. Airan Berg hat gemeinsam mit einem Kollegen, Tile von Damm, Centriphery eingereicht. Das ist ein Projekt, bei dem es um regionale Mythen und ihre Weiterentwicklung geht. Es ist von der EU finanziert und wird noch bis 2022 mit neun Partnern aus ganz Europa umgesetzt. Diese Hinwendung zu Europa ist eine Veränderung.

Ich habe außerdem den Eindruck, dass die Partizipation beim letzten Festival stärker geworden ist. Das Festival der Regionen war immer partizipativ, aber die über 100 Workshops, mit denen wir ein halbes Jahr vor dem Festival begonnen haben, waren 2019 eine neue Qualität. Wir sind auf einem sehr intensiven Level von Partizipation gelandet.

 

Anita Moser, Andrea Hummer (2020): Nicht wie ein UFO in einer Region landen. Andrea Hummer im Gespräch mit Anita Moser über Möglichkeiten und Grenzen kultureller Teilhabe beim Festival der Regionen. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #11 , https://www.p-art-icipate.net/nicht-wie-ein-ufo-in-einer-region-landen/