Open Up! Ein- und Ausschlüsse in Kunst und Kultur

Partizipative Medienarbeit, Cripqueering und Diversity Balloons

In der Rubrik Open Space, die einen Raum für künstlerische Formate und andere kreative Zugänge eröffnet, präsentieren Studierende der Kommunikationswissenschaft Radiosendungen und Videopodcasts, die in der Gesprächsreihe „Kultur für alle – Kultur mit allen? Positionen, Reflexionen, Handlungsfelder kultureller Teilhabe“ entstanden sind. Eine weitere Serie von Videopodcasts hat dieselbe Gruppe von Studierenden zum Thema „Partizipative Kultur- und Medienarbeit in Salzburg“ produziert. Als Teil eines Praktikums dokumentierten sie die Projekte des Vereins Bridging Arts, des Vereins periscope, der Künstler_innengruppe gold extra und der Kunstvermittlung des Museums der Moderne Salzburg.

In der Postkartenserie von Elisabeth Magdlener und Iris Borovcnik werden Verbindungen, Überschneidungen und Prozesse von queer und crip visualisiert ‑ um schließlich zur Forderung nach Begegnungsorten für alle zu kommen.

In der Lehrveranstaltung „Diversity in Kunst und Kultur“ von Persson Perry Baumgartinger wurde ein eigenes Diversity-Modell für den Kunst- und Kulturbereich entwickelt: die Diversity Balloons – Ein Diversity-Modell für Kunst- und Kulturinstitutionen. Alexandra Bründl, Sebastian Jacobs, Raphaela Schatz und Claudia Simair stellen das Modell, seine theoretischen Hintergründe sowie verschiedene Anwendungsmöglichkeiten in einem Video sowie einem Text vor. Sie machen in diesem Beitrag deutlich, dass kritische Diversity-Ansätze wichtige Reflexions- und Analysewerkzeuge für den Kunst- und Kultursektor bieten.

Die Rubrik Notes gibt Einblicke in den arbeitskreis neu – Plattform für Kulturvermittlung Salzburg, der sich als Initiative zur Vernetzung und Kooperation für Kulturvermittler_innen aus unterschiedlichen Feldern zwischen Kunstproduktion, Wissenschaft, kuratorischer Tätigkeit und Marketing versteht. Den Auftakt zum Jahresthema „Digitale Kulturvermittlung“ bildete der Workshop Digital Storytelling, der hier ebenfalls vorgestellt wird.

Tipps für die im Herbst stattfindenden Ausstellungen Ob_Scenery von Ashley Hans Scheirl im Salzburger Kunstverein und Das JubJub: Regenwurmpisse in der Fünfzigzwanzig sind unter Recommended versammelt, ebenso eine Empfehlung für Unerhört!, eine im Rahmen der Lehrredaktion der Radiofabrik Salzburg produzierte und ab Oktober ausgestrahlte Radiosendung, sowie für die P-ART Akademie für dezentrale und transdisziplinäre Kulturkonzepte des Programmbereichs Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion. Außerdem gibt es eine Vorschau auf die derzeit am Programmbereich entstehende Publikation Kritische kulturelle Produktion. Schlüsselkonzepte im Kontext intervenierender und partizipativer künstlerischer Praxen sowie eine Rezension des im letzten Frühjahr erschienenen Buchs ent/grenzen. Künstlerische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Grenzräume, Migration und Ungleichheit.

Die vorliegende Ausgabe von p/art/icipate blickt auch auf die W&K-Activities im vergangenen Studienjahr zurück. Claudia Simair stellt zwei Lehrveranstaltungen vor, die im Wintersemester 2017/18 den Slogan „Kultur für alle!?“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten: die Lehrveranstaltung von Elke Zobl zu Teilhabe, Zugängen, Barrieren und Ausschlüssen in Kunst und Kultur sowie jene von Elke Smodics zur Entwicklung von Vermittlungsformaten im Kunst- und Kulturbereich. Anita Bruckschlögl berichtet von der im Sommersemester 2018 durchgeführten Workshopreihe In sichtbare und unsichtbare Ordnungen eingreifen, in der Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Studierende Strategien des künstlerischen, kulturellen und medialen Intervenierens beleuchteten und ausprobierten. Sophie Felser gibt in ihrem Beitrag einen Rückblick auf das Symposium To make a difference? Künstlerische und mediale Interventionen im Kontext von Flucht im Dezember 2017, bei dem Expert_innen aus Kunst und Medien theoretische Positionen und Praxisbeispiele zum Thema präsentierten und diskutierten. Vom Delhi Comic Arts Festival berichtet Bettina Egger. Die Comicforscherin und ehemalige Kollegiatin des interuniversitären Doktoratskollegs Wissenschaft und Kunst war von 4. bis 6.12.2017 nach New Delhi eingeladen, um ihre Comic-Arbeit vorzustellen. Den Abschluss dieser Ausgabe von p/art/icipate bildet ein kurzer Ausblick auf die vielfältigen Activities des kommenden Studienjahres.

Unser herzlicher Dank gilt den Autor_innen dieser Ausgabe für die wichtigen wissenschaftlichen, essayistischen und künstlerischen Beiträge sowie den Gesprächspartner_innen für die Offenheit und Bereitschaft, ihre Expertise mit uns zu teilen. Ein besonderer Dank geht außerdem an Roswitha Gabriel für ihr umfassendes und genaues Lektorat und das – wie immer perfekt getimte – Content Management.

Wir wünschen eine anregende Lektüre und viele inspirierende Einblicke, insbesondere in das Themenfeld kulturelle Teilhabe in und außerhalb von Salzburg!

 

Die Gesprächsreihe fand am Programmbereich Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion statt. Sie wurde von Elke Zobl, Elke Smodics, Dilara Akarçeşme und Laila Huber konzipiert. Der folgende einleitende Textabschnitt basiert auf einer von Elke Smodics und Elke Zobl verfassten Beschreibung dieser Gesprächsreihe.

Vgl. https://pride-parade.de

Persson Perry Baumgartinger, Anita Moser, Elke Zobl : (2018) Open Up! Ein- und Ausschlüsse in Kunst und Kultur.

In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #09 , https://www.p-art-icipate.net/open-up-ein-und-ausschluesse-in-kunst-und-kultur/