Klimawandel | Nachhaltigkeit

Wir leben in einer sehr entscheidenden Zeit. Wenn wir den Anstieg der Erderwärmung nicht eindämmen, wird das ökologische Gleichgewicht kippen. Aktuell zeigt uns die Coronakrise, was Kipppunkte bedeuten.
Dies zeigt Volker Quaschnig, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, sehr anschaulich:

 

Wir treffen – kurzfristig – extreme Maßnahmen, um einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern. Beim Klima steuern wir jedoch unaufhaltsam auf noch viel dramatischere Kipppunkte zu, die das Leben und das Zusammenleben der Menschheit fundamental auf lange Sicht und nachhaltig zerstören können. Die Maßnahmen zum Stoppen der Klimakrise wären sogar weniger einschneidend als die zur Bewältigung der Coronakrise, so Volker Quaschnig.

Durch den Klimawandel werden die Folgen für den Planeten, die Natur und die Menschen drastisch sichtbar. Der Klimawandel trifft zuerst (und jetzt schon!) die Bevölkerung, die in Ländern mit hoher Armut lebt.Ökologische und klimapolitische Fragen hängen sehr eng mit Fragen nach sozialer Gerechtigkeit und globalen Ungleichheiten zusammen.

Um die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen und Kipppunkte mit bedrohlichen Kettenreaktionen zu vermeiden, sind schnelle und weitreichende Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft notwendig.

Die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten haben dazu 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung formuliert, die bis 2030 erreicht werden sollen.
Alle Regionen – so auch das Land Salzburg: Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 – sind gefordert, ihren Beitrag zu leisten, um dieser globalen Herausforderung  zu begegnen.

Jedoch werden diese Ziele national und global weit verfehlt. Entscheidend ist jetzt der Wille zum Handeln, um Treibhausgase einzudämmen. Fridays for Future, Scientists for Future, Extinction Rebellion und andere Gruppen und Bewegungen machen auf die Dringlichkeit aufmerksam und versuchen, die Politik zur Umsetzung der Maßnahmen zu bewegen.

Um diese Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sind einschneidende Veränderungen notwendig. Ein internationales Forscher*innen Team sieht die wichtigsten Umbrüche in sechs Schlüsselbereichen, die es übersichtlich aus den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung gebündelt hat (Sachs et al 2019, Nature Sustainability):
„Bildung, Geschlecht und Ungleichheit“, „Gesundheit, Wohlbefinden und Demografie“, „Energiedekarbonisierung und nachhaltige Industrie“, „Nachhaltige Ernährung, Land, Wasser und Ozeane“, „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ sowie „Digitale Revolution für nachhaltige Entwicklung“.

Die Forscher*innen argumentieren, dass in diesen Schlüsselbereichen langfristige strukturelle Veränderungen auf verschiedenen Ebenen – bei der Ressourcennutzung, Infrastruktur, in Institutionen, bei Technologien und sozialen Beziehungen – notwendig seien. Sie können als konkrete Hebel gedacht werden, die Regierungen gemeinsam mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft betätigen könnten.

Klimawandel und Nachhaltigkeit haben sehr stark mit Vorstellungen von Zukunft zu tun und der Frage, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen. Diese Frage wird in vielen künstlerischen, medialen, kulturellen und aktivistischen Projekten bearbeitet. Es werden auch eine Reihe an Bildungs-und Vermittlungsprojekten zu der Fragestellung entwickelt. Kunst, Kultur und Medien haben das Potenzial neue Vorstellungen, neue Ideen, neue Geschichten auf andere Art und Weise als die klassische Wissensvermittlung zu transportieren. Wir sehen hier die große Möglichkeit und Chance, das Thema mit den Menschen gemeinsam anzugehen und durch die Zusammenarbeit etwas Neues zu schaffen.

Jetzt ist ein wichtiger Zeitpunkt, um aus der Coronakrise zu lernen. Den Wiederaufbau der Wirtschaft und der Industrie müssen wir als Chance sehen, um es anders zu machen als bisher und nachhaltig zu leben.