Im Gespräch mit Anke von Heyl über ArtEduTalk

Wurden spezifische Vermittlungsmethoden beim Projekt ArtEduTalk eingesetzt?

 

Ja. Wir hatten ein paar Kreativitätsmethoden. Vor allem in den ersten Runden gab es Assoziationsspielchen. Diese haben wir sehr bewusst eingesetzt. Sie entstammten alle unserem großen Repertoire an Kulturvermittlungsmethoden und kamen immer ganz gut an. Das war etwas, das man sicherlich noch intensiver einsetzen hätte können, um leichter in die Kommunikation reinzukommen.

Du hast vorhin bereits unsere nicht öffentliche Facebook-Gruppe für die Organisation angesprochen. Kannst du für unsere Leser*innen unsere Arbeitsweise im Rahmen des ArtEduTalks darlegen?

 

Eigentlich waren die Organisation und die Vernetzung genial. Ich sitze in Frechen bei Köln und du sitzt in Salzburg. Wir kannten uns nur virtuell. Wir haben eine ähnliche Arbeitsweise und deswegen sind wir strukturell auch nicht so streng vorgegangen. Wir haben uns auf Zoom getroffen, haben uns E-Mails geschrieben und relativ viel in die Facebook-Gruppe gepostet. Da funktionierte es ganz gut, dass jemand eine Frage gepostet hat und darunter ein Thread an Antworten entstanden ist. Oder dass man einen Entwurf für Fragen oder Bausteine für einen Blogbeitrag hineingesetzt hat. Es existieren sehr viele Kollaborationstools im Netz und ich glaube, wir hatten ganz am Anfang auch Google-Docs ausprobiert. Ich fand aber Facebook ganz gut, weil man da sowieso immer eingeloggt ist. Es gab beispielsweise auch Situationen, in denen wir unmittelbar vor dem Start ArtEduTalks über den Facebook-Messenger Kontakt aufnahmen, oder die Facebook-Gruppe um Rat fragten, weil etwas nicht funktionierte.

Was denkst du grundsätzlich zu Kommunikations- und Vermittlungsmöglichkeiten im digitalen Raum? Wo sind Potenziale und wo sind Schwächen?

 

Potenzial ist ganz viel da, das aber noch nicht genügend ausgeschöpft wird. Ich glaube, dass Vermittlung im digitalen Raum genauso möglich ist wie im analogen – nur teilweise anders. Wir haben Methoden aus unserem Vermittlungsrepertoire genutzt, um den ArtEduTalk ein bisschen zu befeuern und aufzulockern. Das hat super funktioniert. Es gibt also Methoden aus dem Analogen, die man eins zu eins für das Digitale übernehmen kann. Wunderbar funktionieren zum Beispiel Kreativitätsmethoden und Anleitungen zur Kunstbetrachtung. Im digitalen Raum ist sehr wichtig, einen Überblick zu behalten, wer wann mitmacht und wen man wie erreichen kann. Zudem hat jeder digitale Raum seine spezifische Sprache. Auch in dieser Hinsicht braucht es jeweils eine Anpassung.

Ich glaube, es ist noch längst nicht so, dass man sagen kann: „Wir haben jetzt alles erprobt, und wir wissen, die Dinge im digitalen Raum funktionieren so und so.“ Wir sind noch gar nicht in der Evaluationsphase. Es ist jetzt die Zeit des Experimentierens und Daraus-Lernens. Je mehr Räume sich öffnen, desto besser. Ich bin aber wirklich zutiefst der Überzeugung, dass man sehr viel mehr machen kann, wenn man eine bestimmte Community hat, als wenn man aus dem Off kommt, eine Methode oder irgendetwas ausprobieren will und die Leute alle sagen: „Ja, wer bist denn du? Stell dich doch zuerst mal vor.“ Insofern hat Vermittlung im digitalen Raum sehr viel mit Community, Kommunikationsroutinen und mit der Frage zu tun, wie man da elegant hineinkommt.