Zukunft mit Zukunft

Eine Gesprächsreihe zu Klima, Kunst und Bildung

Wir Menschen verbrauchen die Ressourcen zweier Erden. Damit überschreiten wir die planetaren Grenzen der einen Erde, die wir haben, und gefährden die Ökosysteme, die unsere Lebensgrundlage sind, massiv. Bereits jetzt leiden viele Menschen und andere Lebewesen unter den Auswirkungen der Klimakrise – eine Situation, die sich in Zukunft ohne entsprechende Maßnahmen noch drastisch verschärfen wird. Wir müssen daher die globale Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius begrenzen und unter Anerkennung der Grenzen unseres Planeten aktiv werden. Sicher ist: Die Maßnahmen, die wir in den kommenden zehn Jahren setzen, werden die Lebensqualität der Menschen und Tiere in der Zukunft entscheidend mitbestimmen. Um ‚ins Tun‘ zu kommen, braucht es ermutigende Erzählungen und positive Zukunftsvisionen mit Rückgriff auf bereits bestehendes, vielfältiges Wissen.

In dieser Gesprächsreihe fragen wir: Was war? Was ist? Was soll sein? Wie können wir – als Einzelpersonen, als Gruppe, als Gesellschaft – Geschichten einer wünschens- und lebenswerten Zukunft erzählen? Welche Rolle spielen dabei kreative, künstlerische und kulturelle Ausdrucksformen sowie Bildung und Vermittlung? Dazu laden wir Menschen ein, aus ihrer wissenschaftlichen, künstlerischen und vermittlerischen Praxis zu berichten, Ideen und Projekte vorzustellen und mit uns zu diskutieren.

Konzept und Durchführung: Katharina Anzengruber und Elke Zobl in Kooperation mit Sandra Kobel (Salzburg Museum)

Bitte um Anmeldung zu den einzelnen Terminen unter: roswitha.gabriel@sbg.ac.at
Sie bekommen daraufhin einen Link für die online Veranstaltung zugesandt.

 

PROGRAMM

15. März 2021, 18-19:30 (Online)
Martin Schlatzer, Universität für Bodenkultur Wien
Klimakrise und nachhaltige Ernährung: Zugänge aus der Wissenschaft und einer persönlichen kulturellen Praxis

Martin Schlatzer wird Einblicke in den wissenschaftlichen Status Quo der Klimakrise geben. Ausgehend davon fokussiert er vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen als Wissenschaftler sowie aus der Perspektive seiner eigenen kulturellen Praxis als Stadtbegleiter, Theaterspieler oder DJ auf das Thema nachhaltiger Ernährung. Er zeigt entsprechende Handlungsoptionen hin zu nachhaltiger Ernährung auf und stellt sie zur Diskussion.

Martin Schlatzer ist Ernährungsökologe und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für biologischen Landbau sowie am Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur in Wien. Seine Schwerpunkte liegen auf interdisziplinären Forschungsprojekten im Zusammenhang mit Landwirtschaft, Klimawandel und Ernährungssicherung. Er ist Gastlektor an verschiedenen Universitäten und Institutionen sowie Autor des 2010 in der ersten Auflage erschienen Buches „Tierproduktion und Klimawandel – ein wissenschaftlicher Diskurs zum Einfluss der Ernährung auf Umwelt und Klima“.
https://boku.ac.at/personen/person/A3DCEDF6647F7F1F

Studien (Auswahl):

Studie „100% Biolandbau in Österreich –Machbarkeit und Auswirkungen“ im Auftrag von ORF Mutter Erde
https://www.muttererde.at/allgemein/kann-bio-oesterreich-ernaehren/

StartClim Studie „Einfluss von unterschiedlichen Ernährungsweisen auf Klimawandel und Flächeninanspruchnahme in Österreich und Übersee“ https://www.fibl.org/de/infothek/meldung/fibl-studie-startclim.html


 

22. März 2021, 18-19:30 (in englischer Sprache) (Online)
Oliver Ressler, Künstler und Filmemacher, Wien
No Future is cancelled

Oliver Ressler is an artist and filmmaker whose work has focused on global warming as a central theme ever since he first began to exhibit. One of his first solo exhibitions was “100 Years of Greenhouse Effect” at Salzburger Kunstverein (1996). Several exhibitions, films, installations, billboards and photographic works on the theme have followed since then. Oliver Ressler will talk about these works, putting a cycle of films – “Everything’s coming together while everything’s falling apart” (2016 – 2020) – at the center of the presentation. These films follow the climate justice movement in its struggles to dismantle an economic system heavily dependent on fossil fuels.

Please check out three of the films following the links below:

“Everything’s coming together while everything’s falling apart: Code Rood”, 14 min., 2018
https://www.youtube.com/watch?v=skz3qVMEtHY&t=12s

“Everything’s coming together while everything’s falling apart: The ZAD”, 36 min. 2017
https://www.youtube.com/watch?v=Quehf2OMUbo&t=1667s

“Everything’s coming together while everything’s falling apart: COP21”, 17 min., 2016
https://www.youtube.com/watch?v=_HWOXeP5pA8

You can also subscribe to Ressler’s YouTube Channel, where he adds one film every week, available for free: https://www.youtube.com/c/oliverresslerfilms

Oliver Ressler lives and works in Vienna/Austria. He produces installations, projects in public space, and films on issues such as economics, democracy, migration, the climate catastrophe, forms of resistance and social alternatives. He has had comprehensive solo exhibitions all over the world. Ressler currently works on “Barricading the Ice Sheets”, a research project on the climate justice movement, funded by the Austrian Science Fund. He was the first prize winner of the Prix Thun for Art and Ethics Award in 2016.
http://www.ressler.at
https://www.instagram.com/oliver.ressler


 

12. April 2021, 18:00-19:30
Stephanie Müller, Künstlerin, München
Laufmaschen-Zauber & Zero Waste Couture 

Melodien aus der Nähmaschine, tragbare Architekturen und ein Bauchladen als mobile Werkstatt: Bei Stephanie Müller aka Rag Treasure wird der Verschnitt zum Schmuckstück und die Reste funkeln im Rampenlicht. Die Münchner Künstlerin und Sozialwissenschaftlerin macht Musik mit der Nähmaschine und versteht ihre textilen Skulpturen als Angriffsflächen, die mal in Videoarbeiten auftauchen, mal als bespielbare Requisiten bei Performances und Aktionen im öffentlichen Raum.

In ihrem Impulsvortrag macht sie Lust, den Blick für das Vergessene, Liegengelassene und Weggeworfene zu schärfen. Was passiert, wenn Mode gegen den Strom schwimmt und die Einbahnstraße textiler Massenproduktion verlässt? Wann wird Mode maßlos und hört auf zu behindern? Wie lassen sich textile Strategien als Vernetzungswerkzeug im öffentlichen Raum nutzen?

Stephanie Müller zeigt Textilkunst- und Modeprojekte, die Bewegung in eng abgesteckte Normierungen bringen. Im Fokus steht der Austausch miteinander: Welche Impulse geben künstlerisch-kollaborative Prozesse für einen nachhaltigen Umgang mit Bekleidung?

www.hoelle.media
www.flachware.de/stephanie-mueller
www.beisspony.com
www.alligatorgozaimasu.bandcamp.com
Instagram @ragtreasure


 

26. April 2021, 18:00-19:30 (in englischer Sprache) (Online)
Dilshanie Perera & Anais Reyes
Culture for Action – The Climate Museum New York

Dishanie Perera and Anais Reyes give an insight into the work and the diverse program of the The Climate Museum NYC.The mission of the museum is to inspire action on the climate crisis with programming across the arts and sciences that deepens understanding, builds connections, and advances just solutions.

https://climatemuseum.org/


 

10. Mai 2021, 18-19:30 (Online)
Christian Engelbrecht, Futurium Berlin
Zukünfte entdecken und gestalten – Bildung und Vermittlung im Futurium

Das Futurium ist ein ‚Haus der Zukünfte‘ in Berlin. Im Zentrum steht die Frage: Wie wollen wir leben? Hier werden absehbare, denkbare und wünschbare Zukunftsentwürfe vorgestellt und diskutiert. Es zeigt die Herausforderungen, Chancen und Risiken ebenso wie die Bausteine, mit denen Zukunft gestaltet werden kann. Christian Engelbrecht wird Einblicke in die verschiedenen und vielfältigen Bildungs- und Vermittlungsprogramms im Futurium gewähren, deren gemeinsames Ziel es ist, Zukunftskompetenzen zu stärken, die Bedeutung von Wissenschaft, Technologie, Politik und Zivilgesellschaft für die Zukunftsgestaltung herauszustellen und Lust auf Zukunft zu machen.

Dr. Christian Engelbrecht ist Referent für Bildung im Futurium Berlin.
www.futurium.de


 

Flyer als PDF zum Download