Voneinander Lernen

Schüler:innen als Klimabotschafter:innen.
Samira, Tibor und Lilien im Gespräch mit Elke Zobl und Timna Pachner

Wie finanzieren sich eure Projekte? Über zeitlich befristete Projektgelder?

L: Genau. Schule Klima Wandel ist finanziert durch die Nationale Klimaschutzinitiative, die NKI. Da läuft die Förderung Ende Oktober aus. Mal sehen, was danach kommt; vielleicht bekommen wir, unter anderem auch wegen der Covid19-Pandemie, eine Verlängerung. Abgesehen davon gibt es dafür auch noch andere Projektgelder, für die wir uns gerade bewerben. Das SV-Berater:innen-Projekt ist nicht ausschließlich extern finanziert. Da wird auch Geld eingenommen, zum Beispiel durch die Abhaltung von Workshops oder die Organisation von Kongressen wie dem Openion-Kongress, einem Demokratiekongress.

Welche Aspekte von Klimawandel und Nachhaltigkeit sind euch denn besonders wichtig? Bei Workshops zum Beispiel.

T: Ich glaube, dass das sehr unterschiedlich ist, je nachdem, wer den Workshop moderiert, aber auch, wer angefragt hat. Denn die Anfragen sind oft inhaltlich spezifisch. Es wird also nicht nur ein Workshop angefragt, sondern auch ein bestimmtes Thema sowie das Framing. Das heißt, dass in der Regel für jeden Workshop ein individuelles Konzept erarbeitet wird. Wir hatten zwar Fortbildungen für unser Netzwerk, in denen wir uns mit spezifischen Inhalten beschäftigt haben, an sich sind die Workshops aber immer unterschiedlich.

S: Ich glaube aber, dass die meisten angefragten Workshops zu Klimagrundlagen sind.

Könnt ihr vielleicht ein Beispiel geben, wie ihr so einen Workshop gestaltet und durchführt? Wir beschäftigen uns im Projekt Räume kultureller Demokratie sehr viel mit Vermittlung und Peer-Learning und auch damit, wie Beteiligung in Workshops funktionieren kann. Es wäre spannend, zu wissen, wie ihr das genau macht.

T: Bei uns ist der Ablauf meistens so, dass eine Anfrage hereinkommt und diese dann von Lilly [Lilien] oder anderen Vereinsmitgliedern bearbeitet wird. Also Lilly hat Kontakt mit den Schulen und bearbeitet die Anfrage, die dann auf Podio landet. Dann melden sich die Schüler:innen, also die Multiplikator:innen aus unserem Netzwerk zurück. Es bildet sich ein Seminarteam, das aus zwei bis drei Leuten besteht. Dieses ist dann für den jeweiligen Workshop verantwortlich und erarbeitet ein Konzept. Darüber hinaus ist es schwierig, diese Frage zu beantworten, weil die Workshops sehr unterschiedlich ablaufen können. Aber so ein normaler Workshop gliedert sich in eine Einstiegsphase, damit sich die Gruppe – falls nicht ohnehin der Fall – untereinander kennenlernt, und auch, um zu testen, wie viel die Teilnehmenden schon über das Thema wissen, auf welchem Stand sie sind. Dann gibt es meistens eine Phase, in der eine gemeinsame Grundlage geschaffen wird, sodass man auf einem ähnlichen Niveau mit allen arbeiten kann und die Wissensniveaus ein bisschen angeglichen werden. Darauf folgt oftmals eine Phase mit inhaltlichem Input und eine, in der die Teilnehmenden mit diesem Input arbeiten und ihn vertiefen. Gegen Ende gibt es oft eine Phase, in der diverse Handlungsmöglichkeiten gesucht und diskutiert werden. Wir sprechen beispielsweise darüber, welche Möglichkeiten bestehen im Kontext des jeweiligen Themas, selbst aktiv zu werden, oder ob Aktionen von anderen Leuten gemacht werden müssen. In der letzten Phase wird der Workshop reflektiert und zu einem gemeinsamen Abschluss gebracht. Das ist der grobe Verlauf, aber, wie gesagt, im Detail können die Workshops ziemlich verschieden aussehen.

Ich habe kürzlich ein schönes Paket mit einem Methodenquartett von euch bekommen. Wie setzt ihr dieses Quartett ein? Habt ihr Lieblingsmethoden, mit denen ihr besonders oft arbeitet?

L: Dieses Quartett ist eine Methodensammlung. Sie wird auch im SV-Berater:innen-Projekt genutzt. Darin sind Basismethoden gesammelt, die man zum Beispiel ganz allgemein in Projektmanagement-Workshops benutzen kann. Sie sind auch für Workshops im Klimabereich relevant, weil immer wieder auch Workshops zu Projektideenfindung und Projektideenmanagement im Kontext Klima angefragt werden. Daneben wurden bei einer internen Fortbildung aber auch neue Methoden zusammen mit Jugendlichen entwickelt. Diese Klimamethoden wurden verschriftlicht und stehen auch auf unserer Website als PDF zum freien Download zur Verfügung. Das sind sozusagen unsere eigenen Methoden.

Schule Klima Wandel, Elke Zobl, Timna Pachner (2021): Voneinander Lernen. Schüler:innen als Klimabotschafter:innen.
Samira, Tibor und Lilien im Gespräch mit Elke Zobl und Timna Pachner . In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #12 , https://www.p-art-icipate.net/voneinander-lernen/