Voneinander Lernen

Schüler:innen als Klimabotschafter:innen.
Samira, Tibor und Lilien im Gespräch mit Elke Zobl und Timna Pachner

Ihr habt jetzt von den Workshops an den Schulen berichtet. Könnt ihr auch noch etwas zu der Ausbildung zu Klimabotschafter:innen sagen? Wie läuft das ab? Samira, du hast erwähnt, dass es sechs Tage sind, an denen das Programm abläuft, oder? Ist es geblockt, oder gibt es mehrere Sessions?

S: Genau, es gibt mehrere Sessions. Dazwischen gibt es natürlich immer Pausen. Man arbeitet sehr intensiv zum Thema Klimagerechtigkeit.

T: Samira war jetzt auf der siebten Klimabotschafter:innenausbildung. Bei jeder Ausbildung sind immer ca. 20 bis 25 Leute dabei. Das Konzept der Ausbildung hat sich im Laufe der Zeit natürlich weiterentwickelt. Gerade für die siebte Klimabotschafter:innenausbildung haben wir viel an dem Konzept gedreht und geändert. Es wird probiert, ein Gleichgewicht zwischen dem Inhaltlichen und der Methodik zu schaffen. Wie Samira schon gesagt hat, wird inhaltlich viel zu Klimathemen, Klimagerechtigkeit, Rückkopplungseffekten und Nachhaltigkeitsstrategien gesprochen. Ein großer Punkt ist aber auch die Seminardidaktik. Welche Methoden habe ich, die ich anwenden kann? Wie leite ich Warm-Ups an, sodass die Gruppe fit bleibt? Wie gehe ich mit Störungen um? Wie plane ich so ein Seminar überhaupt? Deswegen wurde bei der Ausbildung auch ein Beispielworkshop von zwei Klimabotschafter:innen gehalten, der normalerweise in genau dieser Form abgehalten wird. Der wurde dann analysiert und angeschaut. Wie sieht zum Beispiel ein Plandokument aus? Die Ausbildung gliedert sich also in die zwei Ebenen Inhalt und Didaktik bzw. Methodik. Wir zielen auch immer darauf ab, dass die Klimabotschafter:innen eine schöne Gruppe bilden und untereinander gut connecten. Es ist ein sehr wichtiger Punkt, dass sie gut in einem Netzwerk zusammenarbeiten und sich in der Gruppe wohlfühlen.

Die Workshops bei der Ausbildung werden von bereits ausgebildeten Klimabotschafter:innen gehalten, oder?

T: Genau. Es gibt immer einen Beispielworkshop in der Ausbildung. Dieses Jahr war es so, dass es in dem Beispielworkshop einen normalen Workshopablauf gab. Also mit einer Begrüßung und einer Abschlussphase. Inhaltlich wurde gemacht, was bei der Ausbildung ohnehin gemacht werden würde. Den Workshop haben ich und eine weitere Person geteamt. Ich wurde auf der fünften Klimabotschafter:innenausbildung ausgebildet und die andere Person auf der sechsten. Das heißt, wir hatten das Wissen von verschiedenen Ausbildungen und haben auch darüber gesprochen, welche verschiedenen Phasen es im Workshop gibt, wie alles organisiert wird usw.

L: Ich glaube, das Wichtigste bei den Ausbildungen der Klimabotschafter:innen und der Multiplikator:innen ist, dass das Wissen von den verschiedenen Generationen der Klimabotschafter:innen selbst weitergegeben wird. Es gibt auch ein Buddy-System. Erfahrenere Klimabotschafter:innen lernen zwei aus der neuen Ausbildung kennen und tauschen sich aus. Sie versuchen, die ‚Neuen‘ besser ins Netzwerk einzubinden. Sie laden sie zu Veranstaltungen ein, fragen aber auch nach, was gerade bei ihnen abgeht und ob sie Schwierigkeiten haben.

T: Anfang dieses Jahres hatten wir das erste Mal eine Fortbildung in dem Netzwerk. Sie wurde zwar vom Vorstand und von der Geschäftsstelle organisiert, den inhaltlichen Teil übernahmen aber zwei unserer Klimabotschafter:innen. Sie haben sich zu einem Thema informiert, die Fortbildung geteamt und so neues Wissen in das Netzwerk gebracht, es hat sich sozusagen selbst mit neuem Wissen versorgt.

L: Das war sehr gut, weil die Fortbildung von Klimabotschafter:innen und Leuten aus dem Vorstand abgehalten wurde, die selber Klimabotschafter:innen sind. Sie kamen auf die Geschäftsstelle zu und meinten: „Hey, wir wollen euch entlasten, sodass ihr nicht noch eine Fortbildung organisieren müsst. Wir haben ein tolles Thema, das uns gerade brennend interessiert. Wir wollen das jetzt durchführen.“ Dann standen die Projektgelder und die Mittel zur Verfügung und die Leute konnten das eigenständig organisieren. Dieses Peer-to-Peer innerhalb des Netzwerks basiert sehr viel auf Vertrauen. Klar, jede:r hat Wissen, das andere wiederum nicht haben und kann dieses weitergeben. Wir wollen die Menschen dazu befähigen und stärken, dass sie dieses Wissen auch miteinander teilen können.

Schule Klima Wandel, Elke Zobl, Timna Pachner (2021): Voneinander Lernen. Schüler:innen als Klimabotschafter:innen.
Samira, Tibor und Lilien im Gespräch mit Elke Zobl und Timna Pachner . In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #12 , https://www.p-art-icipate.net/voneinander-lernen/