Zehn Jahre Ladyfest

Kulturelle Produktion und rhizomatische Netzwerke junger Frauen

Ladyfest-Netzwerke

Wie sehen nun die Netzwerke auf der Ebene der lokalen, transnationalen und virtuellen Szenen der Ladyfeste aus?

(a) Netzwerke lokaler Ladyfest-Szenen

Neben sozialen Aspekten, wie beispielsweise dem Aufbau und der Vertiefung neuer Freundschaften, nimmt die Bildung von lokalen Netzwerken eine zentrale Rolle ein, was nach Ulla Wischermann als „Bewegungskultur“ (2003)star (* 31 ) bezeichnet werden könnte. Ladyfeste bieten die Möglichkeit, eine lokale Szene zu beleben und verschiedene Personen, Organisationen und Initiativen zu vernetzen. Die meisten Ladyfeste finden an einem Ort nur einmal statt, aber die Organisation eines Ladyfests kann die Schaffung neuer und nachhaltiger Strukturen mit sich bringen; manchmal wird ein Ladyfest Jahr für Jahr wiederholt. Bands, künstlerische und aktivistische Gruppen und Netzwerke werden gegründet und aufgebaut. Beispielsweise hat sich in Belgien ein feministisches DIY-Netzwerk gebildet, bestehend aus (ehemaligen) Ladyfest-OrganisatorInnen, der Gruppe „Riot Grrrl Collectif“ und weiteren feministischen bzw. queeren Gruppen und Individuen. Aus dem Ladyfest Auckland 2008 entwickelte sich wiederum ein „girls DIY skill share day“ und der queere Clubabend „Slumber Party“.

Durch die Intervention im öffentlichen Raum, die Besitznahme von öffentlichen Räumen, das Flyering und Benefizkonzerte vor und während der Ladyfeste, kann ein feministisches Potenzial sowie kultureller und politischer Widerstand einer lokalen Szene sichtbar werden. Viele Ladyfeste sind von politischen Demonstrationen begleitet mit dem Versuch, öffentlichen Raum zu reklamieren – wie etwa die Demonstrationen gegen ein Neonazi-Geschäft (Ladyfest Mühlheim 2009), gegen das Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus (Ladyfest Berlin 2009), gegen den Angriff auf linke Strukturen im Kontext des G8-Gipfels in Deutschland (Ladyfest Wien 2007), gegen die alltägliche männliche Gewalt gegen Frauen, Homosexuelle, Andersaussehende bei der Antivatertagsdemo (Ladyfest Frankfurt 2006) und für ein feministisches Comeback (Ladyfest Hannover 2006). Diese Demonstrationen knüpfen sehr stark an eine lokale feministische und linke Szene an, indem sie tendenziell in Kooperation mit anderen anti-sexistischen und anti-rassistischen Organisationen stattfinden. Dadurch werden Netzwerke einer Szene aufgebaut und gestärkt und können u. U. nachhaltig bestehen bleiben.

Obwohl sich die meisten Ladyfeste in der Nachfolge des ersten Ladyfests in Olympia sehen, wird dieses nicht als starres Modell übernommen. Es gibt keine Richtlinien oder Regeln darüber, wie ein Ladyfest organisiert und strukturiert sein sollte. An jedem Standort kann dieses – je nach Organisationskollektiv, Ort, Kontext usw. – anders aussehen. Jedes Kollektiv interpretiert Ladyfest neu und es besteht als eigene Einheit. Durch ihren spezifisch geografischen Fokus ist jede lokale Ladyfest-Szene einzigartig und besteht unabhängig von anderen weit verstreuten lokalen Szenen, jedoch auch in engem Kontakt und Austausch mit diesen.

(b) Netzwerke transnationaler Ladyfest-Szenen

“Why Ladyfest? What does Ladyfest mean for feminists around the world who keep making festivals under its name when there’s no central organization, no requirement for consistency of mission or ideology or format or anything else? (…) Yet clearly there’s some transnational appeal to the original Ladyfest’s mission”, fragt und kommentiert Jessica Hoffmann, Teilnehmerin des Ladyfests Los Angeles (Hoffmann 2006: 94)star (* 14 ).

Ladyfest-AktivistInnen nehmen die Ladyfeste als ein transnationales Netzwerk wahr. So definierte sich das Ladyfest Berlin als eingebunden in ein weltweites Netzwerk (vgl. Ladyfest Berlin 2005 Webseite)star (* 32 ). Die enge Vernetzung von lokalen mit transnationalen Szenen wird in der Aussage des Ladyfests Hawaii auf dessen Webseite deutlich: „Ladyfest Hawai’i is a globally linked-locally grown community arts festival that is known all over the world as Ladyfest“. Und auch das Ladyfest Wien 2004 verstand sich als „… ein über die grenzen hinweg verbindendes netzwerk, das es uns ermöglicht, die unterschiedlichsten menschen kennen zu lernen“ und illustriert dies auf seiner Website mittels einer Netzwerkgrafik visuell sehr anschaulich (siehe Abb. 1 und 2). Diese Grafik zeigt eine Weltkarte mit der Bezeichnung „Netzwerk/ Network“, auf der verschiedene Orte mit Linien verbunden sind und die Namen der Städte, in denen Ladyfeste stattfanden, willkürlich (ohne geografischen Bezug zur Landkarte) mit darüber gelegten Links zu Ladyfest Wien 2004, 2005 und 2007 sowie zum Ladyspace und der Initiative „EKH bleibt!“ und einem Aufruf zur Teilnahme am Ladyfest 2007 eingezeichnet sind. Diese Eingangsseite bildet das Ladyfest-Netzwerk in seiner Vielheit ab und illustriert, dass jeder Punkt/ jedes Ladyfest potenziell mit jedem anderen verbunden werden und ein neues Ladyfest generieren kann.

Abb.1 Screenshot: Netzwerk Ladyfest Wien Webseite. Abdruck mit Genehmigung.

Abb.2 Screenshot: Netzwerk Ladyfest Wien Webseite (Auszug).

Die Grafiken illustrieren, dass die transnationale Ladyfest-Szene aus weit verstreuten lokalen Szenen besteht, die regelmäßig miteinander kommunizieren und sich vernetzen. Die Kommunikation und Vernetzung unter den Ladyfesten und ihren TeilnehmerInnen findet zum einen persönlich durch den Besuch verschiedener Ladyfeste statt: Das Reisen nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, wie Trouble X, TeilnehmerIn von verschiedenen Ladyfesten in Europa feststellt: „Actually there are a lot of people I meet at different Ladyfests. They are travelling, there’s huge community travelling to the different places”. Sushila Mesquita vom Ladyfest Wien 2004 verweist zudem auf den inhaltlichen Austausch zwischen den Ladyfesten: „Es werden auch durchaus inhaltliche Sachen weitergegeben, eben wie gerade diese Frage des Raums und die Finanzierbarkeit von Ladyfesten usw.“   Zum anderen sind für den Austausch dieser transnationalen Szene die virtuellen Netzwerke essentiell.

(c) Netzwerke virtueller Ladyfest-Szenen

Ladyfeste stehen in der Tradition frauenspezifischer und feministischer Festivals der zweiten Frauenbewegung (vgl. Reitsamer 2008 am Beispiel Wien)star (* 25 ). Sie sind eine Weiterführung dieser und thematisieren gleiche oder ähnliche – vor allem strukturelle – Probleme. Gleichzeitig zeigen sich auch große Unterschiede zur feministischen Festivalkultur der 1970er und 1980er Jahre durch die Nutzung von Internet und Social Media, die die Vernetzung auf verschiedenen Ebenen erleichtert und verstärkt hat und neue Aspekte ins Spiel bringt. Ladyfeste nutzen Webseiten, Mailinglisten, Internetplattformen und virtuelle soziale Netzwerke, um Informationen, Materialien (wie etwa Protokolle von Treffen, Logos, Plakate), Strategien und Wissen über die Genealogie, Organisation und Veranstaltung von Ladyfesten innerhalb der Gruppe sowie mit anderen Organisationsgruppen zu teilen, sich zu vernetzen und Diskussionen zu führen. Dadurch wird eine gewisse Transparenz geschaffen sowie Konflikte und Ambivalenzen werden öffentlich gemacht (Ommert 2009)star (* 24 ). Vor allem durch ihre virtuelle Präsenz sind Ladyfeste zu einem globalen Netzwerk herangewachsen und können leicht im Internet gefunden werden, da sie durch einen gemeinsamen Namen und eine gemeinsame feministische Ideologie verbunden sind (Groß 2006)star (* 12 ). Melanie Groß argumentiert, dass solch eine Vernetzung und ein Referenzsystem mit dem früheren Begriff „Riot Grrrl“ nicht funktionierte, da es verschiedene Schreibweisen von „grrrl“ und ihren Festivals gab (Groß 2006: 9)star (* 12 ).
Auf allen Ladyfest-Webseiten wird das erste Ladyfest in Olympia genannt. Diese „gemeinsame Erzählung ist eine Form der Information, die über die reine Vernetzung hinausgeht: Die Websites dienen der Szene auch als Plattform der Selbstdefinition, als Ort der (Selbst-)Repräsentation alternativer Lebens-, Konsum- und Kulturformen“ (Groß 2006: 10)star (* 12 ). Ein weiteres Verbindungselement ist die Ermutigung der TeilnehmerInnen, kulturell und politisch aktiv zu werden. Dies kann einerseits vor Ort beim Ladyfest selbst geschehen oder auch virtuell: „Alle diejenigen, die sich der Szene zugehörig fühlen, können dieses Netz mitgestalten, indem sie eigene Sites erstellen und eigene Veranstaltungen in das Netzwerk einbringen“ (Groß 2006: 11)star (* 12 ). Diese Webseiten dienen nicht allein der Bewerbung, sondern sind „vielmehr ein eigener kulturell-politischer Bestandteil der Ladyfeste und der Szene genau wie die dort stattfindenden Konzerte, Vorträge und Filme“ und fungieren „als Repräsentationsplattformen von Kultur, Politik und Gesellschaft“ (ebd.: 11). Ein Kennzeichen des virtuellen, nicht-hierarchischen Ladyfest-Netzwerkes ist, dass sich die einzelnen Ladyfeste auf ihren Webseiten sowie auf Social-Networking-Seiten wie Facebook, MySpace, Blogspot, LifeJournal und Flickr miteinander verlinken und dadurch ein Netzwerk und eine soziale Community mit jungen AktivistInnen aufbauen, die in ein reales Kennenlernen vor Ort münden können: „Thus, they are constructing their own Network Society and relying heavily on ICTs to communicate with one another and maintain an online feminist community (…) the ICTs provide the backbone for networking and organising, but all of this culminates in the actual face-to-face action, the Ladyfest“ (Aragon 2008: 81)star (* 1 ). Alle Ladyfeste haben zumindest eine Webseite. Die Vernetzung dieser war zu Beginn vor allem durch die Bündelung und die Verlinkung von allen stattfindenden Ladyfesten auf zwei Webseiten, nämlich www.ladyfest.org (2000 – 2005) und www.ladyfesteurope.org (heute auf MySpace), gegeben. Diese können im Verständnis Castells als zentrale „Knoten“ des Ladyfest-Netzwerks bezeichnet werden und durch ihre Verlinkung eine Art „virtuelle Nachbarschaft“  (Taube/Winker 2005)star (* 29 ) herstellen. Heute nimmt neben der MySpace-Seite „www.myspace.com/ladyfesteurope“ auch Facebook eine zentrale Bedeutung als Knotenpunkt ein. Zu nennen ist an dieser Stelle die Facebook-Gruppe „I am/was a Ladyfest organizer“, auf der ein Austausch zwischen Ladyfest-OrganisatorInnen stattfindet. Ein weiteres Projekt, das Ladyfeste weltweit bündelt, ist das „Ladyfest Archive Project“, das sowohl auf einer eigenen Webseite als auch auf MySpace und Facebook vertreten ist . Zudem wurde eine weitere Seite unter dem Namen „Ladyfest World Domination“ auf MySpace gegründet, die ebenfalls auf die Vernetzung von Ladyfesten aber auch von anderen feministischen oder queeren Veranstaltungen und Initiativen abzielt.

Die zunehmende Bedeutung von Social-Networking-Plattformen spiegelt sich auch in deren vermehrten Nutzung durch Ladyfeste wider: So waren im Jahr 2007 nur zehn Ladyfeste auf Facebook präsent, während es 2009 schon über 22 sind. Die populärste Art der Webpräsenz für die Bewerbung von Ladyfesten und die Kontaktaufnahme mit anderen OrganisatorInnen  ist MySpace, gefolgt von Facebook und „traditionellen“ Webseiten. Auf MySpace waren im Juli 2010 58 Ladyfeste und ein „Ladyfesta“ registriert, während es 15 Facebook-Seiten und 43 Facebook-Gruppen benannt nach Ladyfest gibt (sechs Monate zuvor waren es noch acht Facebook-Seiten und 34 Gruppen). Auf Flickr sind im Juli 2010 über 5800 Fotos sowie sieben Ladyfest-Gruppen zu finden.

Nutzung von Social Software von Ladyfesten weltweit im Jahr 2009

Nicht alle jungen Frauen sind zwangsläufig im Umgang mit dem Internet vertraut und haben die Möglichkeit ICTs zu nutzen. Aragon weist darauf hin, dass die meisten Fotos, die auf Facebook, MySpace und anderen Webseiten in Bezug auf Ladyfeste aufscheinen, eine in Hinblick auf Klasse und Ethnizität homogene Gruppe an jungen Frauen zeigen und gegenwärtig vor allem Klasse und regionaler Zugang zu Ressourcen und Infrastruktur entscheidende Faktoren für die Nutzung von ICTs sind. Insofern werden in virtuellen Netzwerken soziale Ungleichheiten ebenso reproduziert wie im sozialen Raum (Aragon 2008: 74)star (* 1 ). Eine weitere Problematik, auf die Alek Ommert (2008)star (* 23 ) hinweist, sind die „dead web spaces“ von nicht mehr aktiven und aktuellen Ladyfest-Seiten und die Abhängigkeit von kommerziellen Webplattformen wie MySpace oder Facebook. Nicht nur auf MySpace, sondern auch in Wikis werden zudem queer-feministische Inhalte angegriffen. So wurde 2007 in der deutschen Version der freien Enzyklopädie Wikipedia vorgeschlagen, die Einträge „Ladyfest“ und „riot grrrl“ zu löschen (Carstensen 2009)star (* 7 ). Ommert argumentiert daher, dass virtuelles soziales Netzwerken nur funktionieren kann, wenn die Organisationsgruppe real existiert und lokal – mit Zugang zu lokalen Ressourcen und Infrastruktur – agiert (Ommert 2008: 8)star (* 23 ). Insofern können virtuelle Netzwerke und Social Media lokale Szenen nicht ersetzen, sondern diese nur bestärken und der Kommunikation zwischen transnationalen Szenen dienen.

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Webseiten (Einsicht alle 29.06.2010)

Ladyfest Wien: www.ladyfestwien.org

Ladyfest Olympia: www.ladyfest.org

Ladyfest Wien 2004: www.kwml.net/output/?e=86&page=ladygroups&a=web&b=Herstory&c=yes&d=8349c0d6

Ladyfeste Europe MySpace-Seite: www.myspace.com/ladyfesteurope

Ladyfest Archive Project: www.grassrootsfeminism.net, http://www.myspace.com/ladyfestarchiveproject,

Facebook Gruppe „I am/was a Ladyfest organizer“: http://www.facebook.com/home.php?#!/group.php?gid=13553024689

Ladyfest World Domination: http://www.myspace.com/ladyfestworlddomination

Dieser Artikel erschien unter dem Titel „Zehn Jahre Ladyfest: Rhizomatische Netzwerke einer lokalen, transnationalen und virtuellen queer-feministischen Szene“ erstmals in: Rosa Reitsamer,  Wolfgang Fichna (Hg.): »THEY SAY I’M DIFFERENT …« Popularmusik, Szenen und ihre AkteurInnen. Wien: Löcker Verlag, 2011, S. 208-227. Mit herzlichem Dank an Rosa Reitsamer für die Abdruckgenehmigung! Der Artikel wurde im Rahmen des Forschungsprojektes von Elke Zobl “Young women as creators of new cultural spaces” (gefördert vom Fonds für wissenschaftliche Forschung Österreich, 2007–2011) verfasst. Das Projekt nimmt transnationale Ladyfeste als Beispiel und Ausgangspunkt, um die kulturellen Praktiken junger Frauen zu untersuchen (s. www.grassrootsfeminism.net). Ich danke Anita Hammer für die Hilfe bei der Datenerhebung sowie Stefanie Grünangerl und Rosa Reitsamer für konstruktives Feedback an diesem Artikel.

Empirische Studien gehen davon aus, dass diese Zunahme an kultureller Produktion von weiblichen Jugendlichen verschiedenen sozialen, politischen und technologischen Transformationen zuzuschreiben ist, wie der größeren Zugänglichkeit zu Medientechnologien, der Explosion von Medienvermittlungsinitiativen und der Einbindung von Produktionspraktiken in Medienerziehungscurricula (Kearney 2003, Buckingham 2003). Zusätzlich hing dieser Zuwachs mit dem Auftreten der Riot-Grrrl-Bewegung und seiner Propagierung von ‚Girl Power’ zusammen (vgl. Kearney 2003: 32). Es ist auch argumentiert worden, dass die heterogenen kulturellen Räume, die Mädchen und junge Frauen schaffen, gekennzeichnet sind durch Prozesse aktiver kultureller Produktion und Partizipation; folglich könnten sie als die erste Voraussetzung einer partizipativen Demokratie und aktiver jugendlicher Bürgerschaft (Harris 2004) gesehen werden.

Weitere derartige Festivals sind: Clitfest (Frankreich, Neuseeland, USA), Mamagathering (USA), das Girls Rock Camp (USA, Deutschland, Österreich), Rampenfiber (Österreich), die Queer-Feministischen Tage (Deutschland, Österreich), Breaking the Waves (England), Love Kills (Rumänien) oder das Girl Power Fest (Kroatien).

Schon in der Riot Grrrl-Bewegung bestand dieses Problem: Hauptgrund für die Umbenennung von „Riot Grrrl“ in „Ladyfest“ war die mediale Verzerrung und kommerzielle und massenmediale Aneignung der Begriffe „grrrl  und „grrrl power“ in „girlie“ und das “angry women in rock” Phänomen. Andererseits – positiv betrachtet – hat  die Riot Grrrl-Bewegung dadurch Bekanntheit erlangt (Kearney 2006).

Dieser Titel könnte ein Verweis auf Lee Edelman’s Buch “No Future: Queer Theory and the Deat Drive  (2004)  sein. Danke an Rosa Reitsamer für diesen Hinweis.

Alle zitierten Interviewpassagen basieren auf den Recherchen der Autorin zu Ladyfesten.

Radical cheerleading entstand in den USA und basiert auf einer ironischen Aneignung der Ästhetik des „cheerleading“, indem z.B. die Sprechchöre geändert werden, um sich für feministische und (linke) politische Agenden einzusetzen. Radical cheerleaders treten oft bei Demonstrationen und feministischen Festivals auf.

“Eine virtuelle Nachbarschaft ist ein eigenständiger Ort im WWW, an dem Websites und Personen gebündelt werden, die einen gemeinsamen inhaltlichen Bezug haben.” (Taube & Winker, 2005: 111)

Dieses wurde im Zuge des Forschungsprojektes der Autorin aufgebaut und ist unter www.grassrootsfeminism.net abrufbar.

Elke Zobl (2012): Zehn Jahre Ladyfest. Kulturelle Produktion und rhizomatische Netzwerke junger Frauen. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #01 , https://www.p-art-icipate.net/zehn-jahre-ladyfest-kulturelle-produktion-und-rhizomatische-netzwerke-junger-frauen/