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Siglinde Lang

Siglinde Lang ist seit 2009 als Senior Scientist am Programmbereich Contemporary Arts & Cultural Production, nebenberuflich als freie Kulturmanagerin und Dozentin tätig, davor u.a. Leiterin der Kommunikationsabteilung der Kunstuniversität Linz. Studien der Germanistik & Kulturjournalismus (Wien, 1994-2000), Postgraduate Lehrgänge in Marketing und BWL (London, 1999 und Deutschland, 2001- 2002), Masterstudium in Medienkunst & Kulturtheorie (Berlin/Linz, 2006 – 2009), Doktoratsstudium der Kommunikationswissenschaft (Salzburg, 2011-2014). Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen `Partizipatives Kulturmanagement´, `künstlerisch-kulturelles Unternehmertum´ und aktuell `Partizipative Räume und kollaborative Wissensproduktion´.

Buchrezensionen

Interaktiv Wissen produzieren! Über „Das Forschen aller“ von Sybille Peters (2013)

Künstlerische Forschung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie unkonventionelle „Bezüge und Interaktionen zwischen unterschiedlichen Wissensweisen, Forschungsfeldern und Akteur_innen“ (S. 8) herstellt. Wissensproduktion wird folglich als Transformation eines bestehenden Status quo der Wissensvorräte unserer Zeit verstanden. Diese Auffassung wird in der Einleitung von „Das Forschen aller“, herausgegeben von der Kulturwissenschaftlerin und Theaterintendantin Sybille Peters, herangezogen, um künstlerische Forschung als Prozess zu definieren, in dem existierendes Wissen mit künstlerischen Verfahren durchgearbeitet, verrückt und umgedeutet wird (vgl. S. 29).

Diese Umdeutungsprozesse werden vor allem in künstlerisch-partizipatorischen Projekten virulent, in denen das Aufzeigen von Alternativen bzw. ein erweitertes oder differenzierte Interpretationsspektrum im Vordergrund stehen: Mit Bezug auf ein konkretes gesellschaftlichen Phänomene und unter Beteiligung ziviler Personengruppen wird ein kultureller oder sozialer Status quo aufgegriffen und kollaborativ verhandelt. Interaktive Gestaltungsprozesse werden initiiert, in denen ästhetische und künstlerische Erfahrungsprozesse neue Erkenntnisräume generieren. Diese Räume schaffen den Rahmen, um als Partizipant_in differenzierte Perspektiven und Haltungen kennen lernen, erproben und austauschen zu können. Polyseme Interpretationen werden verhandelt und so ein bestehender Wissenstand kollaborativ erweitert und transformiert.

„Das Forschen aller“ summiert sowohl Artikel verschiedener Wissenschaftsdisziplinen als auch Fallstudien aus der künstlerisch-kulturellen Praxis. Der Sammelband ist nicht nur ausgesprochen flüssig zu lesen, sondern bietet einen übersichtlichen, pointierten und anschaulichen Einblick in aktuelle Diskussionen rund um künstlerische Forschung.

Empfehlung: Peters, Sybille (Hg.): Das Forschen aller. Artistic Research als Wissensproduktion zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Bielefeld: transcript 2013

Siglinde Lang  (2014): Buchrezensionen. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten # 04 , http://www.p-art-icipate.net/cms/buchrezensionen/