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Siglinde Lang

Siglinde Lang ist seit 2009 als Senior Scientist am Programmbereich Contemporary Arts & Cultural Production, nebenberuflich als freie Kulturmanagerin und Dozentin tätig, davor u.a. Leiterin der Kommunikationsabteilung der Kunstuniversität Linz. Studien der Germanistik & Kulturjournalismus (Wien, 1994-2000), Postgraduate Lehrgänge in Marketing und BWL (London, 1999 und Deutschland, 2001- 2002), Masterstudium in Medienkunst & Kulturtheorie (Berlin/Linz, 2006 – 2009), Doktoratsstudium der Kommunikationswissenschaft (Salzburg, 2011-2014). Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen `Partizipatives Kulturmanagement´, `künstlerisch-kulturelles Unternehmertum´ und aktuell `Partizipative Räume und kollaborative Wissensproduktion´.

Raum schaffen für kulturelle Bildungsprozesse

In über 40 Vorträgen, Performance Lectures und Panel Discussions wurden auf der 4. Tagung des Netzwerks ForschungKulturelleBildung folgende Fragestellungen thematisiert und diskutiert: Worin liegt das Potenzial, wenn künstlerisch-ästhetische und lebensweltliche Räume aufeinandertreffen? Was geschieht, wenn künstlerische und kulturelle Angebote auf schulische und außerschulische Bildungsräume einwirken? Wie lassen sich Räume der Hochkultur und der Pop- bzw. Medienkultur mit den Räumen der Kulturellen Bildung vereinbaren? Vor welchem Horizont bewegen sich aktuelle Projekt- und Forschungskonzeptionen? Nationale und transnationale Perspektiven waren auf der zweitägigen Konferenz gefragt, an der auch der Programmbereich Contemporary Arts & Cultural Production mit einem Beitrag zu „Kollaborative Wissensproduktion“ vertreten war. Ein kurzer Bericht von Siglinde Lang.

Dass mit über 120 Teilnehmer_innen die Tagung auf großes Interesse stößt, macht sich noch vor der Eröffnung bemerkbar: Vor dem Konferenzsaal herrschte dichtes Getümmel, es wurde – ganz im Sinne des Gründungsgedanken genetzwerkt, kommuniziert und (Fach-)Wissen ausgetauscht. Mit einer Einführung seitens der Initiatorinnen, Prof. Dr. Kristin Westphal (Universität Koblenz) und Prof. Dr. Vanessa Reinwand (Bundesakademie Wolfenbüttel/Universität Hildesheim) startete dann relativ pünktlich – die 4. Netzwerktagung ForschungKulturelleBildung. Die erste Keynote von Barned von Heusden (Rijksuniversteit Groningen) rückte die Bedeutung künstlerischer Bildung für kulturelle Prozesse ins Blickfeld, in der zweiten Keynote spezifizierte Pat Thomson (University of Nottingham) diese Thematik anhand eines konkreten Bezugsfeldes und fragte, Ergebnisse einer aktuellen Studie präsentierend, was Lehrer_innen von Kunstschaffenden lernen können.

Im Anschluss wurden in fünf Panels verschiedene kulturelle Bildungsräume erörtert: Zwei der Panels legten den Schwerpunkt auf die Kunstgattungen Theater und Tanz, zwei weitere Panels fokussierten Dimensionen und Räume der Vermittlung sowie Medien-, Alltags- und Kunsträume. Das Panel zu künstlerischer Forschung, in dem auch unser Beitrag untergebracht war, näherte sich sehr differenziert aus verschiedenen Blickwinkeln dem Verhältnis von kultureller Bildung und künstlerischer Forschung. Moderatorin Wiebke Lohfeld, stellte aus pädagogischer Sicht vor, was Forschung und Wissensproduktion in einem künstlerischer Umfeld bedeutet bzw. bedeuten kann. Dass interaktive Prozesse und der Austausch untereinander für forschende Bildungsprozesse im Kunstkontext von hoher Bedeutung sind, war zentraler Tenor der anschließenden Beiträge: Inwiefern bereits 3- bis 6-Jährige im gemeinsamen Spiel künstlerisch forschen, konnte die von Kathrin Borg-Tiburcy vorgestellte Studie über „Räume ästhetischer Bildung in der Kita“ sehr anschaulich und analytisch verdeutlichen. Dass kollaborative Prozesse auch Kennzeichen der kulturellen Wissensproduktion in sogenannten “Outreach-Projekten“ sind, die außerhalb der Räume einer (etablierten) Kunst- und Kulturinstitution bzw. site-spezifisch neue Publika ansprechen sollen, wurde auch in Julia Heisigs Analyse über „New Spaces for the Arts“ mehrfach angesprochen. So konnte auch unser Beitrag über „Kollaborative Wissensproduktion als Voraussetzung zivilgesellschaftlicher Bedeutungsgenese“ unmittelbar an diese beiden Studien anschließen.

Am zweiten Tag richteten dann fünf Forschungsforen den Blick auf aktuell verhandelte Themen transnationaler Forschung im Bereich der Kulturellen Bildung, Zusammenhänge zwischen Kunst und Lehre, Projekte aus dem Bereich der Performance-Kunst sowie ein Theaterlabor. Im Kontext des transnationalen Tagungsfokus wurden darüber hinaus Studien aus Japan und dem Maghreb vorgestellt und diskutiert. Gemeinsamkeiten kamen dabei ebenso zur Sprache wie regional und national bedingte Unterschiede sowie die Herausforderungen von transnationalen Projekt- und Forschungskonzeptionen. Eine Publikation der Tagung ist in Vorbereitung und wird im Frühjahr 2014 im Juventa-Verlag erscheinen.

 

Link zum Programmflyer

 

Siglinde Lang  (2014): Raum schaffen für kulturelle Bildungsprozesse. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten # 04 , http://www.p-art-icipate.net/cms/raum-schaffen-fur-kulturelle-bildungsprozesse/