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Ka Schmitz

Ka Schmitz ist Künstlerin, Illustratorin und Comic-Zeichnerin. Sie zeichnet für Kinderbuchverlage und Bildungsträger, für Ausstellungen und Erklärfilme oder Live bei Veranstaltungen, Tagungen und Zukunftswerkstätten. Einige ihrer Schwerpunkte sind Präventionsmaterialien, Empowerment von Mädchen und Frauen und die Auseinandersetzung mit Diversität und Machtverhältnissen in Bildern.

www.ka-comix.de

 


Elke Zobl

Nach Studien der Bildnerischen Erziehung (im Fach Bildhauerei), Germanistik, Gender Studies und Kunst- und Kulturwissenschaften (Salzburg, Wien und North Carolina), erhielt sie 2004 ihr Doktorat an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Von 2000-2006 forschte sie an der Universität of California San Diego, 2007-2011 war sie Inhaberin eines Herta-Firnbergs Postdoc-Stipendiums am Fachbereich Kommunikationswissenschaft (Universität Salzburg). Seit Mai 2011 ist sie Assistenzprofessorin am Fachbereich Kommunikationswissenschaft und am Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst (Programmbereich Contemporary Arts & Cultural Production).

Projekte u.a.: “Young women as creators of new cultural spaces” (FWF-Projekt, 2007-2011) und “Feminist Media Production in Europe” (FWF-Projekt, 2008-2012), “Making Art, Making Media, Making Change” (FWF-Wissenschaftskommunikationsprojekt, 2014-2015)

Forschungsschwerpunkte: Zeitgenössische Kunst- und Kulturproduktion, Cultural Studies, Gender Studies.

2010 wurde sie mit dem Wissenschaftsförderpreis der Stadt Salzburg ausgezeichnet.

„Röcke und Hosen und auch manchmal alles zusammen“

Von der Macht der Attribute
Ein Interview mit Ka Schmitz von Elke Zobl

Die Künstlerin, Illustratorin und Comic-Zeichnerin Ka Schmitz war mit dem Workshop „Guerilla Comics: Kunst_Intervention_Alltag“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Künstlerische Interventionen. Kollaborative und selbstorganisierte Praxen. Fokus: Antirassistische und feministische Perspektiven“ zu Gast am Programmbereich Contemporary Arts & Cultural Production. Im Interview mit Elke Zobl sprach sie über Fragen der Darstellbarkeit und grafischen Übersetzung von Diversität und Empowerment sowie über die Zusammenhänge zwischen Kunst, Alltag und Gesellschaft.

Du arbeitest ja viel im Bereich Prävention, Empowerment, Diversität und so weiter. In deinem Vortrag hast du antisexistische Bierdeckel erwähnt. Kannst du vielleicht noch einmal kurz diese Initiative schildern und die Diskussionen, die sich da rundherum entwickelt haben.

Entstanden sind sie aufgrund einer Vergewaltigung. Nicht, dass es die Erste oder Letzte war, von der wir gehört hatten. Aber das war ein Fall, der es in die Medien geschafft hatte und über den wir sehr erschüttert waren, weil niemand der Frau geholfen hatte, obwohl sie in der Öffentlichkeit um Hilfe gefragt hatte. Diese Situation nahm in einer Kneipe ihren Ausgang: Da machte sie schon deutlich, dass sie sich bedroht fühlte. Deswegen kamen wir auf die Idee, diese Getränkedeckel in die Kneipen zu legen, wo Übergriffe oft stattfinden oder ihren Anfang haben.

Kannst du zu den Diskussionen in der Gruppe über die Darstellungsweise etwas sagen?

Es gab verschiedene Punkte, über die wir diskutiert haben. Das Eine war: Wie deutlich muss ein Übergriff dargestellt werden, wie deutlich kann er dargestellt werden, ohne dass es „triggert“? Vor allem bei einem Motiv machten wir oft folgende Erfahrung: Wenn ich es Frauen vorlege, kriegen die gleich die Krise. Und andere verstehen es eben nicht als Übergriff oder finden, das ist gar nicht ambivalent, sondern sehen es als eine ganz normale Gesprächssituation.

Die andere Frage, an der wir uns aufgehängt haben, war, wie Diversität abgebildet wird. Da war ich noch sehr am Anfang mit solchen Überlegungen. Ich habe eigentlich hauptsächlich Figuren mit schwarzem Stift auf weißes Papier gemalt, die dann als weiße Männergelesen wurden, obwohl das von mir anders beabsichtigt war.

Wir wollten die dritte Person, die zum Eingreifen ermutigt wird, als geschlechtsneutral abbilden. Die wurde dann von den meisten Rezipienten und Rezipientinnen als Mann gelesen, das war auch ein Kritikpunkt: Warum bildet ihr eigentlich nur Männer ab, die eingreifen, Frauen können doch auch eingreifen. Inzwischen gab es verschiedene Neuauflagen, wo eben jetzt verschiedene Hautpigmentierungen und Geschlechter deutlicher erkennbar sind.

Ka Schmitz  Elke Zobl  (2014): „Röcke und Hosen und auch manchmal alles zusammen“.

Von der Macht der Attribute
Ein Interview mit Ka Schmitz von Elke Zobl

In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten # 04 , http://www.p-art-icipate.net/cms/rocke-und-hosen-und-auch-manchmal-alles-zusammen/