Künstlerische Interventionen II: Fotodokumentation

Impressionen vom Workshop mit der Kunstvermittlerin Janna Graham (Center for Possible Studies) und dem Künstler Nicolas Vass (Precarious Workers Brigade) zum Thema “Crazy Little Thing Called Love: The Ethics of Solidarity” und vom Workshop mit der Künstlerin Annette Krauss zum Thema “Praktiken des (Ent-)Übens“

Im Rahmen der VÜ „Künstlerische Interventionen II: Artistic Interventions and Education as Critical Practice“ fanden am 4. und 5. April ein Symposium sowie zwei Workshops mit den KünstlerInnen and AktivistInnen Janna Graham, Nicolas Vass und Annette Krauss statt.
Im Workshop mit Janna Graham und Nicolas Vass lernten die TeilnehmerInnen, wie sie sich ausgehend von ihren eigenen Befindlichkeiten und Begehren, persönlich erlebten Formen der Unterdrückung, aber auch der Kollektivität, mit anderen vernetzen können. Sie entwickelten als Kollektiv einen alternativen Stadtplan von Salzburg, indem sie sich mit Orten auseinandersetzten, die ihnen als wichtig erschienen und die bestimmte soziale Missstände symbolisch darstellen, z.B. die Schere zwischen Arm und Reich oder die Ausgrenzung von BettlerInnen oder Flüchtlingen. An diesen Orten wurden Szenen sozialer Ausschlüsse nachgestellt und mit dem Medium Fotografie dokumentiert, um sie in den alternativen Stadtplan einzufügen. Der Stadtplan wurde vervielfältigt und an die Studierenden zur Distribution im Stadtraum verteilt. Die Summe der Einzelteile ergab in ihrer Gesamtheit eine ortsspezifische künstlerische Intervention.

Im zweiten Workshop mit der Künstlerin Annette Krauss nahmen die TeilnehmerInnen die Ausführungen zum Projekt Hidden Curriculum zum Anlass, um über ein mögliches Hidden Curriculum im Studium und an der Universität nachzudenken. Was lernen wir, was lernen wir nicht und warum? Welche Rolle spielen unsere Körper in unseren wohl erprobten Seminar-Sitzungen, Vorlesungen und Situationen wie diesem Workshop? Ausgehend von performativen Annäherungen der Körperlichkeit in verschiedenen Bildungsprozessen, erarbeiteten sie ein kontextspezifisches Vokabular von ‚Zusammenarbeit‘. Was wird in diesen Situationen ‚geübt‘, was wird nicht ‚geübt‘ und warum? Aufbauend auf diesen Untersuchungen, widmete sich der zweite Teil des Workshops der Annäherung an Beispiele kollektiven Ent-Übens. Ziel des Workshops war es, in Gruppen jeweils eigene Vorstellungen und Praktiken des kollektiven Ent-Übens zu entwickeln. Diese möglichen ‘test-sites for unlearning‘ bezogen sich auf die von den TeilnehmerInnen gemachten Erfahrungen im Studium und wurden mit ihren sozio-politischen Verschränkungen in die Gesellschaft hinein analysiert.

Workshop – “Crazy Little Thing Called Love: The Ethics of Solidarity”, Janna Graham / Nicolas Vass

Entstehungsprozess

 

Resultat

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Workshop – “Praktiken des (Ent-)Übens“, Annette Krauss

Übung „Verkehrt herum sitzen“

 

Übung „Rückwärts gehen“

 

 

Veronika Aqra (2014): Künstlerische Interventionen II: Fotodokumentation. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #05 , https://www.p-art-icipate.net/kunstlerische-interventionen-ii-fotodokumentation/