Zukunft mit Zukunft in Seekirchen

Eine Einladung zum Mitmischen und Mitgestalten

Wie kann eine wünschenswerte Zukunft aussehen? Welche Initiativen und Projekte gibt es bereits, die in eine enkel:innentaugliche Zukunft weisen? Und: Was können wir dazu beitragen? Um diese Fragen kreist das Projekt „Zukunft mit Zukunft“.

Von 23. bis 26. September fanden in Seekirchen allerlei Aktivitäten im öffentlichen Raum statt. Wie in Mattsee ging es darum, sich mit der Bevölkerung auszutauschen und gemeinsam ins Tun zu kommen.

Workshoptage im BG Seekirchen

Bereits am 21. und 22. September wurde mit Schüler:innen des BG Seekirchen das Thema Ernährung und Nachhaltigkeit in einer Art Stationenbetrieb und Workshops bearbeitet. In einem ersten Schritt stand eine inhaltliche Auseinandersetzung mit nachhaltiger Ernährung und einem zukunftstauglichen Umgang mit Lebensmitteln im Fokus. Wissen sowie persönliche Erfahrungen der Lernenden wurden auf kreative Weise offengelegt und ein Impulsvortrag des Wissenschaftlers Martin Schlatzer lieferte Fakten zum Thema. Ausgehend davon entwickeln die Lernenden ihre individuellen Fragestellungen rund um das Thema Ernährung, mit denen sie sich am zweiten Projekttag auf künstlerisch-kreative Weise auseinandersetzen.

Ausgangspunkt der Workshoptage war dabei der Begriff Superfood, also Lebensamittel, die sich vermeindlich durch einen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen auszeichnen. In erster Linie handelt es sich dabei um einen Modebegriff, der zu Vermarktungszwecken eingesetzt wird. Wie ‚super‘ Superfoods also tatsächlich sind, oder was ihnen aus Marketinggründen angedichtet wird, das bleibt in der Tat oft unklar. Eines ist aber klar: Je nachdem, welchen Aspekt man jeweils genauer betrachtet, variiert auch das ‚Super-Sein‘. Betrachten wir als Beispiel die als Superfood angepriesenen Chia-Samen. In Bezug auf die Nährstoffe klares Superfood, fällt das Urteil mit Blick auf die CO2-Bilanz, bedingt durch den weiten Weg, den sie bis in unsere Supermärkte zurücklegen, schon weniger eindeutig aus. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass die bei uns heimischen Leinsamen die gleichen positiven Eigenschaften haben, ist das irgendwie gar nicht mehr so ‚super‘.

Diese spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Superfood‘ fand in der Praxis dann beispielsweise in einem Kochworkshop statt. Im Workshop „Mit Schmackes gegen die Klimakrise“. Veganes Kochen mit Martin Schlatzer und Sophia Reiterer ging es darum mit dem, was da ist zu kochen und um den gemeinsamen Austausch von Erfahrungen. Dabei entstanden an diesem Vormittag Speisen, die dann am Nachmittag im Rahmen der Abschlussrunde gemeinsam verkostet wurden.

In der WerkstattTime To Mend mit Steffi Müller, Klaus Erika Dietl und Hanna Wimmer standen Verpackungen und Essens-Behältnisse aller Art – etwa altes Geschirr – im Fokus. Den Schüler:innen wurden vielfältige Materialien angeboten, mit denen sie arbeiten konnten. Vor allem der Mending-Gedanke – also etwas für sich selbst Wertvolles zu kreieren – spielte eine Rolle in diesem Upcycling, von Altem, Nicht-Mehr-Gebrauchtem, oder Weggeworfenem.

Beim KlimaKlang-Forschen mit Katharina Anzengruber ging es um das Aufnehmen und Experimentieren mit Klängen. „Wie klingt Super Food und wie klingt es nicht?“ – Diese Fragen bildeten den Ausgangspunkt für das Sammeln, Produzieren und Aufnehmen von Klängen, aus denen Soundcollagen entstanden.

Auch im Workshop von Timna Pachner und Katharina Weber ging es darum sich akustisch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Eine kleine Gruppe von Schüler:innen produzierte innhalb eines Vormittags einen Mini-Podcast über den Dauerflohmarkt Seekirchen. Wie komme ich mit Kund:innen ins Gespräch? Was bedeutet für die Betreiber:innen und Mitarbeiter:innen der Begriff Nachhaltigkeit? Und was wird alles getauscht und gespendet?

Am Ende des zweiten Projekttages wurden abschließend die Zwischenergebnisse vorgestellt und von den individuellen Prozesses berichtet.

 

öffentliches Programm:

Geschichten „mit Zukunft“: Erzähl-Labor mit Fahrradverleih

Dieses Pop-Up-Labor war an drei Tagen für alle Interessierten geöffnet. Das Künstler*innen-Duo Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl waren dabei mit einem wandelbaren Rucksack vor Ort, der verschiedenste Ideen und Impulse bereithielt, um zum Erzählen und gemeinsamen Nachdenken über eine „Zukunft mit Zukunft“ anzuregen. Darüber hinaus konnten mit Audiogeräten ausgestattete Fahrräder kostenlos ausgeliehen werden.

Der Rucksack alias die Kraxe im Einsatz:

An zwei Tagen fanden zudem zweistündigen Radtouren an Orte, die Schauplatz von Geschichten „mit Zukunft“ sind – oder sein könnten statt. Während die eine Geschichte als Mini-Podcast über die Lautsprecher eines Audiogerätes zu hören war, wurde von anderen Geschichten live im Rahmen von „Meet&Greets“ erzählt.

Picknick: Mitmischen und mitgestalten

Zum Mitmischen und Mitgestalten, aber auch einfach zum Dabeisein und Entdecken luden wir abschließend am 26.9.2021 ins Strandbad Seekirchen ein. In einem Repair-Café von der OK Werkstatt konnten Groß und Klein alten Tassen neues Leben einhauchen, es gab die Möglichkeit alte Stoffe zu bedrucken oder einfach beim gemeinsamen Essen ins Reden über Nachhaltigkeit und Zukunftsvisionen zu kommen.

An dieser Stellen vielen Dank an unsere Kooperationspartner: das BG Seekirchen, die Kunstbox Seekirchen, die Gemeinde Seekirchen und die Bäckerei Unterbäck.
Von ganzem Herzen bedanken wir uns auch bei Stephanie Müller, Klaus Erika Dietl für ihren unermüdlichen Einsatz und ein großes Danke auch an BRUNO, den Unverpackt-Bus und das Salzburg Museum.