Arts Entrepreneurship: Künstlerisch-kulturelles Unternehmertum?!

Rückblick auf das Symposium

Die folgende Präsentation von Anita Moser (TKI Tirol) behandelte Selbstbestimmtheit, Prekariat und Innovation in der freien Kunst- und Kulturproduktion. Die freie Kunst- und Kulturproduktion ist im Non-Profit-Bereich angesiedelt, gemeinnützig ausgerichtet und zielt auf soziale Rentabilität ab. Es handelt sich um ein heterogenes Feld, das Künstler_innen, Kulturinitiativen, Medien usw. beinhaltet und das einen Nährboden für innovative Arbeitsformen und Kooperationen darstellt. Leider sind es häufig diese innovativen Arbeitsformen, die in prekäre Arbeitsverhältnisse hinein führen können. Ihrer Meinung nach kann man dem Prekariat entgegenwirken, indem man Vernetzung betreibt und gleichzeitig ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit für fairen Lohn und faire Arbeitsbedingungen schafft. Es muss verantwortungsvolle Kulturpolitik betrieben werden, in der künstlerisch-kulturelle Arbeit auch als Arbeit anerkannt wird. Jede Person, die in einer prekären Arbeitssituation steckt, muss sich selbst hinterfragen und ihre Arbeitsleistung in Anbetracht der Kostenwahrheit sichtbar machen.

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Der Vortrag von Karin Wolf (Institut für Kulturkonzepte) behandelte erfolgreiches Wirtschaften in Kunst und Kultur. Zur Einleitung in ihr Thema stellte sie Erfolg und Scheitern in den Bereichen Kunst und Wirtschaft gegenüber. Die wichtigste Erkenntnis ist hier, dass künstlerischer Erfolg oder Scheitern vieles sein kann, es kommt ganz darauf an, was der/die Künstler_in mit der Kunst bezweckt und wie er/sie Erfolg oder Scheitern selbst definiert (z.B. will er/sie bejubelt oder beschimpft werden vom Publikum?). Auch wirtschaftlicher Erfolg oder Scheitern kann nicht nur am Geld bemessen werden, denn hier fließen ebenfalls viele Faktoren mit ein, wie etwa, ob innovative Ideen durchgesetzt oder Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Danach stellte sie Formen von Unternehmertum in Kunst und Kultur vor. Auch sie stellt fest, dass in Kulturbetrieben häufig Qualität und wirtschaftlicher Erfolg voneinander getrennt werden, diese aber wieder miteinander verbunden werden sollten. Für Karin Wolf heißt Arts Entrepreneurship eine künstlerische Leistung anbieten und damit einen wirtschaftlichen Erfolg im Sinne von Einnahmen erzielen. Ihrer Meinung nach kann Arts Entrepreneurship ein zweites Standbein zur künstlerischen Tätigkeit darstellen und hat das Potential, auch den Stellenwert von Kunst und Künstler_innen in der Gesellschaft anzuheben.

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Apropos Zukunft: Die Beiträge des Symposiums werden mit unseren Fallstudien, die wir in der Lehrveranstaltung erstellt haben, in einer gemeinsamen Publikation erscheinen (siehe Recommended).

Andrea Kurz (2015): Arts Entrepreneurship: Künstlerisch-kulturelles Unternehmertum?!. Rückblick auf das Symposium. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #06 , https://www.p-art-icipate.net/arts-entrepreneurship-kunstlerisch-kulturelles-unternehmertum/