Künstlerisch-forschendes, transdisziplinäres Labor

Neue Ausrichtung des Programmbereichs Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion

Im Herbst 2019 begann am Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst eine neue Arbeitsperiode zum Schwerpunktthema Die Künste und ihre öffentliche Wirkung: Dynamiken des Wandels. Der Programmbereich Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion (Herausgeber dieses eJournals) ist – neben (Inter)Mediation. Musik – Vermittlung – Kontext und Figurationen des Übergangs – einer der drei hier tätigen Bereiche.

Unser Programmbereich beschäftigt sich mit künstlerischen und kulturellen Praxen, die an Alltags- und Lebenswelten orientiert sind. Dabei umgehen wir eine wertende Unterscheidung von Hochkultur und Pop-/Sub-/Alltagskulturen. Wir verstehen Kunst/Kultur als einen verhandelbaren Prozess, der durch die Perspektiven von verschiedenen Gesellschaften, sozialen Gruppen und Individuen vorangebracht und mitbestimmt wird. Auf dieser Basis stellen wir zum einen die Frage nach den Möglichkeiten, im Feld von Kunst/Kultur gesellschaftliche Veränderungsprozesse in Gang zu setzen und Diversität zu fördern. Zum anderen bedingt unser Zugang eine Überprüfung des Status der wissenschaftlichen Forschung gegenüber anderen, alltags- oder subkulturellen Formen der Wissensproduktion und -Vermittlung.

Ab dem Wintersemester 2019/20 wird der Programmbereich als künstlerisch-forschendes, transdisziplinäres Labor geführt. Wir verstehen das Labor als Verhandlungs- und Experimentierraum an und zu den Schnittstellen von Wissenschaft und Kunst sowie von Kunst/Kultur und Gesellschaft. Betrieben wird es von einem Kernteam aus Mitarbeiter*innen der Paris Lodron Universität Salzburg und der Kunstuniversität Mozarteum Salzburg. In Zusammenarbeit mit Studierenden sowie mit außeruniversitären Kooperationspartner*innen erproben wir Ansätze einer selbst-reflexiven und experimentellen Forschung, die die herkömmlichen, auf dem Konzept der Hochkultur basierenden Strukturen des Wissenschaftsbetriebs und Kunstfeldes überschreiten.

Ausgangspunkt der Arbeit im Labor stellt ein Fragenkomplex dar, der aus dem engen Austausch zwischen kunst-/kulturwissenschaftlicher Forschung und kritischer künstlerischer/kultureller Produktion während der vergangenen Programmbereichsphase hervorgegangen ist. Dazu zählen folgende zentrale Fragestellungen:

  • Wie kann aus Praxiserfahrung Wissen generiert werden? Und wie können Ansprüche der Praxis in der Theorie umgesetzt werden und umgekehrt? Welche neuen Formate der Wissensproduktion und -vermittlung können aus der Zusammenarbeit von universitärer Forschung und freier Kunst und Kulturarbeit hervorgehen?
  • Welche Rollen nehmen Kunst und Kultur in gesellschaftlichen Wandlungsprozessen ein und umgekehrt? Wie stellen Kunst und Kultur eine Verbindung zu Alltags- und Lebenswelten, zu sozialen sowie politischen Forderungen her? Welche Teilöffentlichkeiten entstehen im Rahmen von Kunst- und Kulturprojekten und wie können diese den Kreislauf von Kulturproduktion aktiv in Richtung einer partizipativen Kultur mit gesellschaftlicher Mitbestimmung gestalten?

Das künstlerisch-forschende Labor ist eine Weiterführung der bisherigen Forschungsschwerpunkte des Programmbereichs Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion (PB Phase 2014-2019).*1 *(1)

Link zur Website

Die Publikation Kultur produzieren. Künstlerische Praktiken und kritische kulturelle Produktion stellt eine Zusammenschau der am Programmbereich erarbeiteten theoretischen Überlegungen sowie konkreter künstlerisch-kultureller Umsetzung und Analysen dar.

O.V. (2019): Künstlerisch-forschendes, transdisziplinäres Labor. Neue Ausrichtung des Programmbereichs Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #10 , https://www.p-art-icipate.net/kuenstlerisch-forschendes-transdisziplinaeres-labor/