Ein Jahr Kulturentwicklungsplan (KEP) Land Salzburg

W&K-Forum zu Bestandsaufnahme, Erfahrungen und Ausblicken

Auswirkungen des Kulturentwicklungsplans

Die erste Frage an das Podium widmete sich den Zielen und Maßnahmen aus dem KEP und welche Wirkung bzw. Veränderungen bereits spürbar sind.

Angela Glechner führt als erste erfolgreiche Maßnahme und Erfolg die Neuausrichtung des Festivals für zeitgenössische Kunst in den Regionen, ORTung, an. Eva Veichtlbauer, die verantwortliche Leiterin des KEP in der Regierung verwies auf die Verankerung innerhalb der Landesregierung und die Bedeutung des KEP als Handlungsanleitung, auch für die Budgetierung. Allerdings, wie auch später in der offenen Diskussionsrunde kritisiert wurde, findet sich der KEP nicht als eigene Position im Kulturbudget wieder. Wichtig war Veichtlbauer, dass der KEP lebendig ist und als Richtschnur für die Salzburger Kulturentwicklung dient, deren Zugkraft allerdings nur dann seine volle Wirkung erzielt, wenn er auch von der breiten Masse in der Umsetzung mitgetragen und unterstützt wird. Um die entwickelten Strategien auch umsetzen zu können, wurden in der Landesregierung ein Projektteam, eine Steuerungsgruppe und ein Projekt-Controlling eingerichtet. Hier erfolgen beispielsweise Priorisierung und Evaluierung von Projekten.

Eva Veichtlbauer. Foto: Fabian Schober

Diana Schmiderer. Foto: Ute Brandhuber-Schmelzinger

Diana Schmiderer lobte den Prozess und die Wirkung, dass Menschen dadurch miteinander zu reden beginnen, ein Austausch stattfindet und eine Annäherung von Stadt und Land Salzburg entstehe. Der Künstler Bashir Khordaji setzt große Hoffnungen in den KEP und ortet dies auch bei anderen Künstler*innen und Vereinen, denn seiner Meinung nach werden zur Zeit Künstler*innen am Land noch nicht so gut gefördert.

Martin Hochleitner sieht den Gewinn des KEP-Prozesses auch darin, dass ein neues kulturpolitisches Denken und eine gemeinschaftliche Atmosphäre entstehen. Im KEP wurden Gesellschafts- und Sozialpolitik in den Prozess eingebunden sowie Sichtbarkeit und klare, transparente Schritte in der Maßnahmenplanung, Kontrolle und Evaluierung gesetzt. Die Bedeutung zahlreicher Themen wie Inklusion und Barriereabbau wird durch den KEP verstärkt und die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Salzburger Regionen erhöht.

Martin Hochleitner. Foto: Fabian Schober

Martin Hochleitner. Foto: Ute Brandhuber-Schmelzinger

Als Folgeveranstaltung an das W&K-Forum zum Auftakt des KEP-Prozesses im November 2016.

Anita Bruckschlögl (2019): Ein Jahr Kulturentwicklungsplan (KEP) Land Salzburg. W&K-Forum zu Bestandsaufnahme, Erfahrungen und Ausblicken. In: p/art/icipate – Kultur aktiv gestalten #10 , https://www.p-art-icipate.net/ein-jahr-kulturentwicklungsplan-kep-land-salzburg/